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Kunden helfen, sich selbst digital zu transformieren

Meike Tarabori - 8. Oktober 2019

Das cmm360 durfte ein Interview mit Michael Hanisch, Head of Technology bei Amazon Web Services in Deutschland, im Rahmen des ersten AWS Summits Switzerland führen. Wir haben natürlich erst einmal einen Einblick hinter die Kulissen des weltweit agierenden Cloud-Computing Anbieters gewinnen wollen und ein paar grundlegende Fragen zu den Themen Cloud, Datenspeicherung, Datensicherheit wie auch AI gestellt.

Zunächst einmal wäre es für mich spannend, wenn Sie kurz für Laien erklären könnten, wie sich das Service-Portfolio Ihrer Plattform zusammensetzt.

Wir sehen das als Baukasten. Wir haben mehr als 165 Services, die man einzeln benutzen und zusammenbauen kann. Wir haben angefangen mit einfachen Blöcken wie unserem Simple Storage Service. Als Nächstes sind wir das «Undifferentiated Heavy Lifting» angegangen, also Themen, die für Kunden viel Arbeit in der IT bedeuten, sie aber nicht wirklich vom Wettbewerb differenzieren. Da versuchen wir, unseren Kunden so viel wie möglich von dieser «undifferenzierten» Arbeit abzunehmen.

Also haben Sie einen starken Kundenfokus.

Wir schauen: Womit kämpfen viele unserer Kunden, wo können wir ihnen Arbeit abnehmen? Das ist der Hauptteil unserer Mission, unseren Kunden zu helfen, sich selbst zu transformieren, indem wir ihnen diese Basisarbeit abnehmen. Wir haben über Storage gesprochen, das hat angefangen mit Object Storage. Dann kam Block Storage, dann kamen Dateisysteme dazu, ein Backupservice und so weiter. Wir investieren immer weiter in verschiedene Bereiche, zum einen natürlich in die Speicherklassen. Bei Amazon S3, unserem Objektspeicherdienst, gibt es mittlerweile 6 verschiedene.

Was muss man sich unter den Speicherklassen genau vorstellen?

Speicherklassen heisst: Welchen Preis zahle ich dafür und was bedeutet das? Standard S3 heisst zum Beispiel: Ich lade ein Objekt hoch und das wird automatisch auf mindestens drei Rechenzentren verteilt, innerhalb einer bestimmten Region. Die Daten bleiben jederzeit abrufbar, das heisst, ich kann auch Daten öffentlich machen und einfach an meine Website ausliefern. Auf Long Term Backup-Archive greift vielleicht einmal im Jahr jemand zu. Dafür will ich aber auch entsprechend weniger zahlen.

Wenn wir auf den Datentransfer in die Cloud zu sprechen kommen – bei diesem «Snowmobile», fährt da beim Transfer effektiv ein Mobil vor?

Ja, das ist ein Lastwagen, mit Auflieger und Wachmannschaft und dicken Kabeln.

Und der nimmt die ganzen Daten und verschiebt die dann für mich?

Genau, der fährt dann zu der nächstgelegenen AWS-Region und entlädt sie dann wieder.

Kommen wir zum Thema der sensiblen Daten. Wie gehen Sie damit um? Inwieweit ist es für AWS interessant, zu sagen «Wir müssen zusammen mit den Unternehmen die IT-Sicherheitsstrategie aufsetzen»?

Wir sprechen da immer von einem Shared Responsibility-Modell. Der Kunde bleibt Eigentümer seiner Daten, nur er weiss, was das für Daten sind. Was wir liefern, ist primär natürlich eine Plattform, die es überhaupt erlaubt, solche Dienstleistungen anzubieten, die entsprechend viele Sicherheitsdienste anbietet, zum Beispiel den Key Management Service. Und wir lassen unsere Dienste auch am laufenden Band auditieren, damit wir maximale Sicherheit garantieren können.

Ist es auch eine Empfehlung von Ihnen, gewisse Dinge gar nicht erst in die Cloud zu verlegen? 

Es kommt darauf an. Das kann eine wirtschaftliche Entscheidung sein, weil ich meine Rechenzentren gerade erst erneuert habe und weiss, ich habe genug Kapazität. Dafür sind solche Angebote wie zum Beispiel VMware Cloud on AWS gedacht. Man sagt etwa: «OK, ich habe hier diese vorhandene Infrastruktur, die geht nicht weg und funktioniert, aber trotzdem will ich für Lastspitzen Dinge in die Cloud verschieben können».

Da geht es auch um hybride Lösungen. Kommt das momentan häufig vor oder sind die Unternehmen da schon weiter?

Das hängt davon ab, wie lange die Unternehmen schon auf dem Markt tätig sind. Bei älteren Unternehmen gibt es viel vorhandene Infrastruktur, das spricht natürlich für ein hybrides Modell. Wenn aber Kunden neue Geschäftsmodelle angehen, Startups nebenher aufgebaut werden, dann gehen wir schon klar den Weg direkt in die Cloud, um gar nicht erst diesen Ballast einer eigenen Infrastruktur aufbauen zu müssen.

Wie geht es denn weiter im Zusammenhang mit AI, Machine Learning, Natural Language Processing, wird man sich da permanent weiterentwickeln?

Auf jeden Fall. Da reden wir von Produkten wie Amazon Transcribe, Comprehend oder Polly, Sprachanalyse, Text-to-Speech, Lex für Chatbots, da gibt es viele Angebote. Die werden natürlich besser und bekommen regelmäßig neue Features dazu.

Sehen Sie auch entsprechende Trends in der Kommunikation mit den Endkunden, werden da neue Wege gegangen?

Ich denke, es werden einfach mehr und mehr Kanäle. Wir haben Web, Mobile, Voice, wir haben immer mehr Geräte, wir haben IoT, wodurch neue Arten von Kanälen entstehen. Da stehen viele unserer Kunden noch am Anfang. Für uns ist wichtig, dass wir sie bei all dem unterstützen. Das ist unser Kerngeschäft. Wir hören unseren Kunden zu, wenn sie etwas Neues planen, ob es jetzt um Voice, IoT oder etwas ganz anderes geht. Und dann arbeiten wir mit ihnen daran, wie wir das durch unsere Plattform unterstützen können.

 

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