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Management, Cloud, Digitalisierung, Kompetenzmanagement

Alles anders mit der Cloud?

cmm360 - 5. November 2019

Ein Cloudeinsatz zwingt dazu, bestehende Arbeitsprozesse komplett zu überdenken. Dabei zeigt sich: Weiterentwickeln müssen sich nicht nur die spezifischen Fähigkeiten der Mitarbeiter, sondern auch das Skills- und Kompetenzmanagement der Unternehmen.

Der Grundsatz vieler Unternehmen lautet heute: «Keine Digitalisierung ohne Cloud». Die Auswirkungen eines Cloudeinsatzes werden jedoch oft unterschätzt. Ein Cloudeinsatz betrifft alle Bereiche eines Unternehmens und zwingt dazu, bestehende Arbeitsweisen und Führungsstrukturen, ja das gesamte Setting des Arbeitens, zu überdenken.

Im Zuge dieser Entwicklung verändert sich auch die Rolle der IT drastisch vom Service Provider zum Business Enabler. Das heisst, ein Arbeiten in einem technischen Silo ist nicht mehr möglich. Dies beeinflusst schliesslich ebenfalls die Anforderungen an IT-Mitarbeiter massgeblich. Die IT-Mitarbeiter der Zukunft müssen vor allem zwei Dinge in sich vereinen: ein Verständnis dafür, was das Business braucht und ein Verständnis dafür, was die Technologie liefern kann. Konkret bedeutet das, sie müssen das Business auf die Möglichkeiten, die sich durch neue Technologien ergeben, aufmerksam machen und gleichzeitig vermitteln, wie diese genutzt werden. In diesem Zusammenhang werden oft digitale Fähigkeiten genannt. Dazu gehören beispielsweise die Nutzung von digitalen Medien und von Anwendungsprogrammen auf allen Unternehmensstufen oder das Programmieren.

Skills- und Kompetenzstrategie ein Muss

Digitale Fähigkeiten weiterzuentwickeln ist wichtig und richtig, genügt aber nicht. Auch die Art, wie Unternehmen Kompetenzmanagement betreiben, muss sich wandeln. Hier haben viele Unternehmen grossen Aufholbedarf. Für eine erfolgreiche Rekrutierung von Fachkräften braucht es eine Strategie, die neben Skills wie den eben erwähnten digitalen Fähigkeiten auch Kompetenzen miteinbezieht, also eine Skills- und Kompetenzstrategie. Mit «Skills» bezeichnet man spezifische Fähigkeiten, die erlernt werden können und sich mit der Zeit weiterentwickeln. Skills werden klassischerweise verwendet, um Stellenanforderungen zu beschreiben. «Kompetenzen» hingegen sind persönliche Attribute, die nicht so einfach angepasst werden können, da sie durch individuelle Erfahrungen und Entwicklungen geprägt sind. Dank erworbenen Kompetenzen lassen sich Skills in einer gewissen Weise anwenden.

Die Skills- und Kompetenzstrategie beinhaltet beispielsweise gezielte Weiterbildungen und damit einhergehend eine ständige Evaluation der Skills im Unternehmen – welche sind bereits vorhanden, welche werden noch benötigt? Für die Förderung von Kompetenzen ist es wichtig, eine Kultur zu etablieren, die neuen Technologien gegenüber offen ist. Dies ist besonders dann eine Herausforderung, wenn sich die Einstellung der Mitarbeiter nicht gleich schnell verändert wie das Unternehmen. Das Wichtigste für eine gelungene Skills- und Kompetenzstrategie ist jedoch: Der Mensch muss im Mittelpunkt stehen!

Über die Autorinnen

Prof. Dr. Stella Gatziu Grivas ist Leiterin des Kompetenzschwerpunktes Cloud Computing, Digitalisation & Transformation und Dozentin an der Hochschule für Wirtschaft der Fachhochschule Nordwestschweiz.

Dr. Kathrin Hubli verantwortet den Bereich Kommunikation, Events und Forschung am Kompetenzschwerpunkt Cloud Computing, Digitalisation & Transformation der Hochschule für Wirtschaft der Fachhochschule Nordwestschweiz.

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