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Inside, Coronavirus, Hackathon

100’000 ehrenamtliche Arbeitsstunden gegen das Virus. Und das an einem einzigen Wochenende.

cmm360 - 31. März 2020

3000 internationale Talente aus über 80 Ländern entwickeln im Rahmen eines Schweizer Hackathons 306 technologiebasierte Lösungen zur COVID-19 Krise.

Von Freitagabend (27.03.2020) bis Montagabend (30.03.2020) brachte die gemeinnützige Initiative #CodeVsCOVID19 - unter dem Patronat von zwei Departementen des Bundes (EDI und WBF) - knapp 3000 internationale ExpertInnen in 22 verschiedenen Zeitzonen für den gleichnamigen Online-Hackathon zusammen. Entstanden sind mehr als 300 innovative Open-Source-Prototypen, um das Leben in der Zeit von COVID-19 zu erleichtern: Sie sollen Leben retten und die globale Resilienz steigern. Im Fokus standen Themen wie Maschinelles Lernen, Datenaggregation für Gesundheitssysteme, Logistik und Warenwirtschaft, Soziales, Kultur und Gesellschaft. Mit finanziellen Beiträgen und einem breiten Netzwerk von Partnern wird nun die Implementierung herausragender Projekte, die durch ein Fachgremium identifiziert wurden, gefördert.

Starke Ergebnisse in kürzester Zeit

Die Resultate sind open-source basierte Prototypen wie Mobile- und Webapps. Sie adressieren dringende gesundheitliche, soziale und wirtschaftliche Herausforderungen in Zusammenhang mit der COVID-19 Krise. Grösster Beliebtheit erfreuten sich Prototypen für Themen wie den Ressourcenabgleich von Material, Personal und Kapazitäten in Spitälern, Vereinfachung von Nachbarschaftshilfe, zuverlässige Visualisierungen zur Ausbreitung des Virus, Sicherstellung der richtigen und regelmässigen Händehygiene, Vereinfachung von Social Distancing und der Vermeidung von Menschenansammlungen, Prognose von Kapazität und Auslastung von Einkaufsläden um Warteschlangen zu vermeiden, vielseitige Diagnosetools, Tools für Kommunikation und sozialen Interaktion im Home Office, Heimunterricht und für ältere Menschen, Lösungen zur Vereinfachung der richtigen Selbstisolation und Plattformen zur Übersicht von Testkapazitäten weltweit und von bereits immunisierten Personen.

Für die Organisatoren und Teilnehmenden stand von Anfang der grösstmögliche Nutzen aller Projekte im Vordergrund. Deswegen wurde auf eine explizite, individuelle Prämierung einiger weniger Gewinner verzichtet. Projekte können sich unter Angabe der konkreten nächsten Schritte um einen finanziellen Beitrag zur Weiterentwicklung bewerben, um deren Lösungsansätze schnell der Öffentlichkeit zugänglich zu machen.

Arbeitsvolumen von 100 Jahren in 3 Tagen

Von Freitagabend bis Montagabend, 27. bis 30. März 2020, kamen während 72 Stunden 2600 TeilnehmerInnen und 350 MentorInnen aus 85 Ländern und 22 Zeitzonen auf zwei Onlineplattformen zusammen. Würde man das Arbeitsvolumen der Teilnehmenden kumulieren, entspräche dies dem von über 100 Arbeitsjahren einer einzelnen Person oder einem 50köpfigen Entwicklungsteam für ein ganzes Jahr.

In interdisziplinären Teams aus Tech-Spezialistinnen, MedizinerInnen, EpidemiologInnen und weiteren Fachpersonen, wurden in kürzester Zeit gemeinsame Lösungsansätze ausgearbeitet. Obwohl viele von ihnen (z.B. Ärzte, Virologen, Pflegefachpersonen) in diesen Tagen besonders unter Druck stehen, investierten sie Zeit und Energie. Ihre Bereitschaft – aber auch die von all den anderen beteiligten Personen - war ein einmaliges Zeichen der Solidarität und ein grosser Motivator für die Teilnehmenden zugleich.

Rachel Salomonsen (Oxford Epidemiology Services), eine von 350 MentorInnen, unterstützte gleich mehrere Teams und verfolgte dabei verschiedene Ansätze zur Prognose der COVID-19 Pandemie. Diese Ansätze beruhen auf Technologien des Maschinellen Lernens. Sie betrachten länderspezifisch die Effektivität von Massnahmen in einzelnen Entwicklungsstadien der Viruserkrankung. Simon Hofer und sein Team suchten zum Beispiel mit dem Einsatz künstlicher Intelligenz nach Mustern zur Unterscheidung vom Klang von COVID-19-Husten gegenüber anderen Hustenreizen.

Appell für Weiterentwicklung und Anwendung im Alltag

Im Vordergrund steht jetzt, verschiedene Lösungsansätze schnell weiterzuentwickeln, und wo immer möglich im Alltag anzuwenden. Dabei spielen die Partner und Medien eine wichtige Rolle: Die Resultate der Initiative sollen so schnell wie möglich und so breit wie möglich geteilt werden. Umso besser sich die Ideen verbreiten, desto besser können sie im Alltag implementiert und bedarfsgerecht weiterentwickelt werden. Die Resultate sind öffentlich zugänglich und können eingesehen werden. Interessierte, die zur Weiterentwicklung der Projekte beitragen wollen, können sich direkt bei den Organisatoren melden.

Die Community wird auch in den kommenden Wochen weiterhin aufrechterhalten und aktiv unterstützt, so dass der Austausch fortgesetzt werden kann. Die Teilnehmenden werden zudem motiviert, an Folgeinitiativen in den entsprechenden Ländern und Regionen teilzunehmen.

Der nächste persönliche Treffpunkt der Community in der Schweiz wird der HackZurich sein, welcher vom 18. bis 20. September 2020 im Rahmen des Digital Festivals in Zürich stattfindet.

Die COVID-19 Krise hat ungeahnte Kräfte mobilisiert

Für technologische Spitzentalente ist HackZurich einer der renommiertesten Programmierwettbewerbe weltweit. Die Organisatoren verfügen über langjährige Erfahrung in der effizienten Durchführung systematischer Massenkollaborationen - ein Ansatz, der in kürzester Zeit zu konkreten Ergebnissen führt.

Die gemeinnützige Initiative #CodeVsCOVID19 wurde von einem kleinen Team mit einer Vorlaufzeit von nur einer Woche organisiert und wäre ohne die tatkräftige Mitarbeit vieler Freiwilligen und Partnern unmöglich gewesen. Hierbei geht ein grosser Dank an alle Teilnehmer und Mentoren, an das Eidgenössische Departement für Wirtschaft, Bildung und Forschung (WBF) und Eidgenössische Departement des Innern (EDI) für die Unterstützung als Schirmherren und all seinen Partnern, unter anderem der ETH Zürich, Careum Stiftung, Hochschule Luzern, Swisscom, UBS, McKinsey, CSS, Zürich Tourismus, spotted by jobs.ch, Curaviva und der Medienpartnerin SRF.

Diese drei Tage haben gezeigt, welche ungeahnten Kräfte freigesetzt werden können, wenn kluge Köpfe und Organisationen unkompliziert, schnell und mit einem gemeinsamen Ziel zusammenarbeiten. Nun bleibt es spannend, wie die Ideen in Taten umgesetzt und Chancen erkannt werden.

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