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Management, Digitalisierung, Automatisierung, Business Development

Was CEOs aus der COVID-19-Pandemie lernen

cmm360 - 18. September 2020

  • 76 Prozent der befragten CEOs sind der Ansicht, dass der Trend zur Automatisierung von Dauer sein wird.
  • 58 Prozent der CEOs sagten, dass die Absicherung der Lieferkette ein zentrales Element ihrer Digitalisierungsinitiative ist.
  • 65 Prozent der CEOs erwarten für das kommende Jahr ein rückläufiges Wachstum der Weltwirtschaft.

Zürich, 17. September 2020 – PwC befragte fast 700 CEOs aus 67 Ländern, darunter auch aus der Schweiz, um zu erfahren, wie die CEOs zu neu entstehenden Geschäftsmodellen und den wichtigsten Trends als Folge der COVID-19-Pandemie stehen. PwC führte die «CEO Panel Survey» im Juni und Juli 2020 in Ergänzung zur «PwC’s Annual Global CEO Survey» durch. 

Die aktuelle Pandemie hat viele Unternehmen gezwungen, zur Bekämpfung der wirtschaftlichen Folgen und der Lockdowns kurzfristige Massnahmen zu ergreifen. Die CEOs ermittelten drei beständige Probleme, die längerfristige Auswirkungen haben: die digitale Infrastruktur in ihren Unternehmen, die Digitalisierung von Produkten und Dienstleistungen sowie flexible und sichere Arbeitsmodelle.

Digitalisierung, Automatisierung und Fernarbeit

24 Prozent der befragten CEOs sagen, dass die Digitalisierung der wichtigsten Geschäftsbetriebsabläufe bzw. -prozesse künftig höchste Priorität haben wird - für 61 Prozent gehört die Digitalisierung zu den drei drängendsten Themen überhaupt. In der Schweiz haben sich Unternehmen aufgrund des hoch entwickelten Marktes und Kostendrucks bei der Digitalisierung gut weiterentwickelt. «Allerdings wird sich die Digitalisierung weiter beschleunigen, besonders im Hinblick auf Fernarbeit. Es sind nicht nur flexiblere Arbeitsmodelle nötig, sondern Schweizer Unternehmen müssen auch effiziente Rekrutierungsprozesse sowie professionelle Einstellungsverfahren einrichten», so Peter Kasahara, Managing Partner Digital Intelligence and Customer Centric Transformation bei PwC Schweiz. 

Fernarbeit und Automatisierung haben tatsächlich erheblich an Bedeutung gewonnen: 78 Prozent bzw. 76 Prozent der CEOs glauben, dass der Übergang zu Fernarbeit bzw. Automatisierung von Dauer sein wird. 54 Prozent der CEOs sind der Ansicht, dass der Trend weg von herkömmlichen Beschäftigungsverhältnissen und hin zu einer «Gig Economy», in der die Organisationen Selbstständigerwerbende für kurzfristige Projekte beschäftigen, weiter anhalten wird. 

In der Schweiz sind in erster Linie die Gesundheitsbranche und Finanzdienstleister gefordert, ihr Produktangebot weiter zu virtualisieren. Diese wichtigen inländischen Branchen könnten also eine Vorreiterrolle spielen. «Mit der vorhandenen Telemedizin und digitalen Patientendienstleistungen, die es bereits vor der Pandemie gab, ist der Schweizer Gesundheitssektor mit grossem Vorsprung gestartet. Die Öffentlichkeit hat digitale medizinische Leistungen in den letzten Monaten erheblich stärker akzeptiert und nachgefragt. Anbieter müssen nun ihr Angebot und ihre Kontaktpunkte anpassen und optimieren», sagt Kasahara. Dieser Trend beschränkt sich indes nicht nur auf die Schweiz: für CEOs von Unternehmen aus der Gesundheitsbranche und an zweiter Stelle aus dem Finanzdienstleistungssektor weltweit, werden virtuellen Geschäftsmodellen sehr wahrscheinlich eine immer höhere Priorität einnehmen. Schweizer Banken müssen die digitale Lücke zwischen sich und ihnen und Mitbewerbern im Ausland schliessen, indem sie ungeachtet von Vorteilen wie Tradition und Diskretion bessere digitale Produkte anbieten.

Disruption der Lieferketten

Eine der direktesten Folgen der COVID-19-Pandemie war – mit Ausnahme der weltweit verhängten Lockdowns – die vorübergehende Unterbrechung der internationalen Lieferketten. Die Abhängigkeit von Lieferanten und Handelspartnern wurde ebenso schonungslos offengelegt wie die Vernetzung der Prozesse. Zwei von fünf CEOs geben an, dass es einen permanenten Übergang zu mehr Onshoring und Insourcing geben dürfte. Ein gleich hoher Anteil rechnet damit, dass Nationalismus künftig eine grössere Rolle spielen wird. Auf der anderen Seite denken zwei von fünf CEOs, dass Onshoring nur ein vorübergehendes Phänomen sein wird, und 43 Prozent erwarten letztlich einen Rückgang des Nationalismus auf das Prä-Pandemie-Niveau. Mit Blick auf die Wichtigkeit sicherer Lieferketten sind sich die CEOs indes einig: 58 Prozent von ihnen bezeichneten die Absicherung der Lieferketten als zentrales Element ihrer Digitalisierungsinitiativen. «Die Sicherung und Diversifizierung von Lieferketten dürfte alternativlos sein, doch kann das Investieren in ein widerständiges operatives Geschäft auch einen klaren Wettbewerbsvorteil darstellen», so Roger Kunz-Brenner, Advisory Partner bei PwC Schweiz.

Ihm zufolge sollten Unternehmen die folgenden Massnahmen zur Absicherung ihrer Lieferketten in Betracht ziehen:

  • Um Ausfälle oder Verzögerungen der Lieferkette zu vermeiden, braucht jedes Geschäft einen Plan B. Zweit- oder Drittlieferanten müssen jedoch entlohnt werden für die Bereitstellung von Kapazitäten. Somit bewirkt eine Reduzierung der Abhängigkeiten auch höhere Kosten. 
  • Kurzfristig könnten Unternehmen ihre Lager- und Reservebestände erhöhen, beispielsweise von 2 Wochen auf 3 Monate. Aber auch hier verursacht das gebundene Kapital höhere Kosten.
  • Als langfristige Lösung sollten die Unternehmen in der Lagerverwaltung Puffer anlegen, um alternative Lieferkanäle zu prüfen und aufzubauen.

Das Weltwirtschaftswachstum dürfte zurückgehen

Es überrascht kaum, dass CEOs weltweit ihre eigenen Ertrags- und Wachstumsaussichten für das kommende Jahr zurückhaltend beurteilen. 65 Prozent erwarten ein rückläufiges Wachstum der Weltwirtschaft. Die Sorge um die globale Konjunktur ist in Afrika am grössten, gefolgt von Zentral- und Osteuropa, Asien und Lateinamerika. Weniger als ein Drittel der CEOs (30 Prozent) glaubt, dass die Regierungen ihre Unterstützung fortsetzen werden – und das, obwohl die Wachstumsaussichten aus globaler Sicht und sowie auf Unternehmensebene für die kommenden 12 Monate düster sind. Einer von fünf Befragten gab an, dass sie Staatshilfen für das eigene Unternehmen während der Pandemie abgelehnt haben.

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