Warum Unternehmen jetzt ihre KI-Grundlagen schaffen sollten

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Die SAP Sapphire 2026 zeigte SAPs strategische Richtung klar auf: Business AI, autonome Unternehmensprozesse und intelligente CX-Szenarien sollen künftig stärker zusammenwachsen. Aus Sicht von Thomas Winter, Head of SAP Portfolio bei SYBIT, liegt die wichtigste Neuerung jedoch nicht in der Vision des Autonomous Enterprise, sondern in der SAP Business AI Platform. Sie bündelt Datenbasis, KI-Services und Entwicklungswerkzeuge wie Joule Studio. Unternehmen sollten deshalb jetzt vor allem prüfen, welche Daten, Use Cases und Architekturen nötig sind, um KI nachhaltig zu skalieren. Ergänzend rücken SAP Field Service & Asset Management sowie die Commerce Cloud ERP Edition für den Mittelstand in den Fokus und eröffnen mittelfristig neue Optionen.

Business AI, Autonomous Enterprise und intelligente Prozesse prägten die SAP Sapphire 2026. Doch trotz großer Visionen besteht für Unternehmen kein Grund zur Eile. Entscheidend ist jetzt vor allem der Aufbau eines tragfähigen Daten- und KI-Fundaments.

Die SAP Sapphire ist traditionell der Ort, an dem SAP ihre strategische Ausrichtung für die kommenden Jahre vorstellt. Auch 2026 stand die Veranstaltung ganz im Zeichen von künstlicher Intelligenz. Begriffe wie «Autonomous Enterprise» und «Autonomous CX» dominierten die Keynotes und vermittelten das Bild einer Zukunft, in der intelligente Systeme zahlreiche Aufgaben eigenständig übernehmen.

Für Unternehmen stellt sich jedoch die Frage, welche der vorgestellten Entwicklungen tatsächlich relevant sind und wo bereits heute Handlungsbedarf besteht.

Aus Sicht von Thomas Winter, Head of SAP Portfolio bei SYBIT, sollte der Blick weniger auf die Visionen als vielmehr auf die technologischen Grundlagen gerichtet werden. «Die eigentliche Neuigkeit der Sapphire ist nicht das autonome Unternehmen selbst, sondern die Plattform, auf der es künftig entstehen soll», sagt Winter.

Gemeint ist die neue SAP Business AI Platform

Sie bündelt verschiedene technologische Bausteine wie die SAP Business Data Cloud (BDC), Data Products, KI-Services und Entwicklungswerkzeuge wie Joule Studio. Ziel ist es, Unternehmen eine einheitliche Grundlage für die Entwicklung und den Betrieb von KI-Anwendungen und Agenten bereitzustellen.

Gerade hier sieht Winter den wichtigsten Handlungsauftrag für Unternehmen. Viele Organisationen haben inzwischen erste KI-Anwendungsfälle umgesetzt. Häufig fehle jedoch noch die Skalierbarkeit. «Wir sehen vielerorts erste Agenten und KI-Projekte. Der nächste Schritt besteht darin, daraus nachhaltigen Business Impact zu erzeugen. Dafür braucht es eine belastbare Datenbasis und eine Architektur, die KI unternehmensweit nutzbar macht.»

Neben der neuen AI-Plattform identifiziert Winter zwei weitere relevante Entwicklungen aus dem SAP-CX-Umfeld

  • Zum einen positioniert SAP das bisherige Field Service Management neu. Aus SAP Field Service Management wird SAP Field Service & Asset Management (FSA). Damit führt SAP unterschiedliche Service- und Asset-Management-Funktionen zusammen und stärkt die strategische Bedeutung der Lösung innerhalb des Portfolios. Für Bestandskunden entstehen daraus zunächst keine unmittelbaren Veränderungen, mittelfristig sind jedoch deutliche Investitionen in Benutzererlebnis und Funktionalität angekündigt.
  • Zum anderen adressiert SAP mit der neuen Commerce Cloud ERP Edition gezielt den Mittelstand. Unternehmen, die bereits auf SAP Public Cloud ERP setzen, sollen damit schneller und einfacher digitale Vertriebskanäle aufbauen können. Besonders interessant sei die Lösung für Unternehmen, die Commerce-Funktionen mit Kundenportalen oder bestehenden Self-Service-Angeboten kombinieren möchten.

Trotz der zahlreichen Ankündigungen warnt Winter jedoch davor, die aktuellen Entwicklungen als unmittelbaren Handlungsdruck zu interpretieren. «Die Sapphire zeigt vor allem die strategische Richtung auf. Zwischen Vision und operativer Realität liegen oft mehrere Entwicklungszyklen. Unternehmen sollten die Entwicklungen aufmerksam verfolgen, müssen aber nicht überhastet reagieren.»

Stattdessen empfiehlt er, die aktuelle Aufmerksamkeit rund um künstliche Intelligenz zu nutzen, um die eigenen Voraussetzungen kritisch zu prüfen.

Im Mittelpunkt sollten Fragen stehen wie:

  • Welche Daten stehen zur Verfügung?
  • Welche Use Cases versprechen echten Mehrwert?
  • Und welche Architektur ist notwendig, um KI langfristig skalieren zu können?

Denn unabhängig davon, wann die Vision des autonomen Unternehmens Realität wird, steht für Winter bereits heute fest: «Der Erfolg von KI wird nicht durch einzelne Tools entschieden, sondern durch die Fähigkeit, Daten, Prozesse und Geschäftszielen sinnvoll zusammenzubringen.»

Sybit

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