KI-Studie warnt vor wachsender Überabhängigkeit

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KI-Studie warnt vor wachsender Überabhängigkeit

Eine internationale Untersuchung unter Beschäftigten und IT-Führungskräften zeigt, dass künstliche Intelligenz die Produktivität steigert, gleichzeitig aber neue Risiken schafft. Viele Mitarbeitende fühlen sich unter Druck gesetzt, KI häufiger einzusetzen, obwohl Schulungen, Richtlinien und praktische Leitplanken oft fehlen. Zahlreiche Befragte berichten von wachsender Abhängigkeit und sinkendem Vertrauen in die eigenen Fähigkeiten. Besonders kritisch sehen viele den Einsatz von KI für sensible Aufgaben oder Inhalte mit potenziellen Fehlern. Unternehmen stehen damit vor der Herausforderung, verantwortungsvolle Nutzung, bessere Weiterbildung und klare Qualitätsstandards stärker in den Mittelpunkt ihrer KI-Strategien zu stellen.

GoTo, führender Anbieter für Cloud-Kommunikation und IT, veröffentlicht seinen zweiten jährlichen Forschungsbericht: «The Pulse of Work in 2026: Opportunity, Risk, and Responsibility in an AI-Drive Workplace». Er fasst die Ergebnisse einer Umfrage zum Einsatz von KI und zur Stimmungslage rund um KI unter 2.500 Beschäftigten und IT-Führungskräften weltweit zusammen. Die Befragung wurde in Zusammenarbeit mit dem Marktforschungsunternehmen Workplace Intelligence durchgeführt.

Eines der wichtigsten Ergebnisse der Studie: Obwohl KI die Produktivität der Belegschaft enorm gesteigert hat, sagen 46 Prozent der Beschäftigten in der DACH-Region, dass sie sich zu stark auf die Technologie verlassen. 30 Prozent haben das Gefühl, ohne sie nicht zuverlässig funktionieren zu können. Noch besorgniserregender: 52 Prozent sind der Ansicht, dass ihre übermäßige Abhängigkeit von KI-Tools ihre Fähigkeiten untergräbt und sie weniger intelligent macht. Besonders ausgeprägt sind diese Einschätzungen bei jüngeren Beschäftigten. Mehr als die Hälfte der Befragten aus der Gen Z (66 Prozent) berichtet, dass zu starke KI-Nutzung ihre Intelligenz untergräbt.

Ein Grund für diese Überabhängigkeit könnte die wachsende Erwartung sein, KI am Arbeitsplatz stärker zu nutzen

58 Prozent der Beschäftigten fühlen sich unter Druck gesetzt, entsprechende Tools einzusetzen, um ihre Produktivität zu steigern. In Kombination mit fehlenden wirksamen Trainings, Richtlinien und Leitplanken führt diese Dynamik dazu, dass viele Mitarbeitende KI unverantwortlich nutzen. Die Folgen sind Probleme durch fehlerhaften Gebrauch von KI und sogenannten «Workslop». Damit werden minderwertige, KI-generierte Arbeitsinhalte bezeichnet, die zwar poliert aussehen, aber inhaltlich substanzlos sind. Dies kann schwerwiegende Folgen für Unternehmen haben: Fast jeder dritte IT-Verantwortliche gibt an, dass Fehler im Zusammenhang mit KI bereits Auswirkungen auf Kunden, Auftraggeber oder die Unternehmensbilanz hatten.

«Die Chancen, die sich uns mit KI bieten, sind enorm. Mitarbeitende verbringen schätzungsweise 1,5 Stunden pro Tag mit Aufgaben, die KI übernehmen könnte», sagt Rich Veldran, CEO von GoTo. «Dennoch geben 85 Prozent der Mitarbeitenden zu, dass sie KI nicht voll ausschöpfen, und 86 Prozent sind mit der praktischen Anwendung von KI in ihrer Rolle nicht besonders vertraut. Das ist eine große Chance für Unternehmen. Organisationen müssen in die richtige Befähigung, Ressourcen und Leitplanken investieren, damit ihre Mitarbeitenden diese Lücke schließen können. Wenn sie das tun, könnten die Produktivitäts- und wirtschaftlichen Auswirkungen enorm sein. Das Ziel ist nicht nur intelligentere Technologie, sondern eine intelligentere, stärker befähigte Belegschaft.»

Weitere zentrale Ergebnisse:

  • KI-Überabhängigkeit beeinflusst Selbstvertrauen und Karriere: Drei von zehn Beschäftigten haben das Gefühl, dass KI ihre Arbeit besser erledigt als sie selbst (30 Prozent). Sie geben an, dass sie der KI inzwischen mehr vertrauen als ihrem eigenen Urteil (26 Prozent). Gleichzeitig glauben 40 Prozent der Beschäftigten, darunter 62 Prozent aus der Gen Z, dass eine zu starke Abhängigkeit von KI ihre Karrierechancen langfristig verschlechtern wird.
  • Missbrauch von KI hat dramatisch zugenommen: Deutlich mehr Beschäftigte als im Vorjahr räumen ein, KI für sensible oder besonders kritische Aufgaben eingesetzt zu haben, etwa für juristische oder Compliance-getriebene Arbeit (34 Prozent), Tätigkeiten, die emotionale Intelligenz erfordern (33 Prozent) oder strategische Entscheidungen mit hoher Tragweite (25 Prozent). Jeder Fünfte gibt zu, sie für sicherheitsrelevante Aufgaben (21 Prozent), ethisch sensible oder heikle Personalmaßnahmen (22 Prozent) sowie Aufgaben mit sensiblen oder vertraulichen Informationen (14 Prozent) genutzt zu haben.
  • Ungeprüfte KI-Outputs führen zu KI-«Workslop»: 42 Prozent der Beschäftigten sagen, sie hätten KI-generierte Inhalte verwendet, obwohl sie vermuteten, dass diese von geringer Qualität sind oder Fehler und erfundene Informationen enthalten könnten. Gleichzeitig berichtet die Mehrheit, dass KI-generierte Arbeit in der Prüfung und Qualitätssicherung mehr Zeit beansprucht als von Menschen erstellte Inhalte, und 71 Prozent sagen, dass das Prüfen des KI-«Workslop» anderer für sie zusätzliche Arbeit erzeugt.

Die Studie identifiziert darüber hinaus Lösungen, mit denen Unternehmen einen effektiveren und verantwortungsvolleren KI-Einsatz fördern können, auch wenn Beschäftigte und IT-Führungskräfte nicht immer darin übereinstimmen, dass Verbesserungsbedarf besteht. So sagen zwar 91 Prozent der Beschäftigten, ihr Unternehmen könnte mehr tun, um verantwortungsvolle KI-Nutzung zu fördern. Doch nur 66 Prozent der IT-Führungskräfte stimmen dem zu.

Wie Unternehmen verantwortungsvolle KI-Nutzung unterstützen können

  • Richtlinien und Schulungen verbessern: Nur 38 Prozent der IT-Führungskräfte geben an, dass ihr Unternehmen über eine KI-Richtlinie verfügt. Selbst in Unternehmen mit einer KI-Richtlinie sind die meisten Beschäftigten (74 Prozent) und fast die Hälfte der IT-Führungskräfte (45 Prozent) der Meinung, dass diese Richtlinie verbessert werden muss. Außerdem sagen 78 Prozent der Beschäftigten und 60 Prozent der IT-Führungskräfte, dass die meisten Mitarbeitenden nicht angemessen im Umgang mit KI-Tools geschult werden.
  • Mitarbeitenden helfen, Kompetenzen für die Zusammenarbeit mit KI aufzubauen: 62 Prozent der Beschäftigten geben an, dass Arbeitgeber es versäumen, Menschen mit den Fähigkeiten auszustatten, die sie benötigen, wenn KI mehr Arbeit übernimmt. Als wichtigste Kompetenzen gelten: KI-Ergebnisse auf Genauigkeit und Bias zu prüfen, zu wissen, wann KI-Outputs verlässlich sind, und menschliches Urteilsvermögen ergänzend zu KI einzusetzen. Zudem betonen Beschäftigte, dass menschliche Fähigkeiten wie kreatives Denken, emotionale Intelligenz und Führungskompetenzen im KI-getriebenen Arbeitsumfeld entscheidend sind.
  • Praktische KI-Tools bereitstellen, die Beschäftigte sich wünschen: Die meisten Beschäftigten halten KI-Tools für wertvoll, die bei Kommunikation (86 Prozent), Dateneingabe und E-Mail-Management (85 Prozent), administrativen Aufgaben (82 Prozent), Content-Erstellung (78 Prozent) und Kundensupport (78 Prozent) unterstützen. Diese Tools ermöglichen es Mitarbeitern, sich auf sinnvollere Arbeit zu konzentrieren und dabei die ursprünglich menschlichen Fähigkeiten und das Urteilsvermögen einzubringen, die von KI nicht ersetzt werden können.
  • Verlässliche Methoden zur Messung des ROI entwickeln: Obwohl mehr als die Hälfte der IT-Führungskräfte (52 Prozent) angibt, dass über 20 Prozent ihres Budgets für KI-bezogene Technologien oder Projekte vorgesehen sind, sagen 62 Prozent dieser Führungskräfte auch, dass ihr Unternehmen die Rendite (ROI) seiner KI-Tools nicht zufriedenstellend misst. Mit der Skalierung von KI-Implementierungen müssen Unternehmen den ROI von KI-Tools wirksamer messen und bewerten.

«Die Einführung von KI hat die organisatorische Bereitschaft längst überholt. GoTos Pulse of Work-Umfrage 2026 macht diese Kluft deutlich: Mitarbeitende erkennen in KI einen echten Produktivitätsgewinn, stoßen aber zugleich auf übermäßige Abhängigkeit, uneinheitliche Leitlinien, unzureichende Schulungen und Unsicherheit beim Thema Vertrauen», meint Dan Rasmus, Gründer und Principal Analyst bei Serious Insights. «Die nächste Phase des KI-Nutzens wird nicht dadurch entstehen, dass man den Menschen einfach mehr Tools an die Hand gibt. Sie entsteht dadurch, dass man das Managementsystem rund um KI gestaltet: praxisnahe Richtlinien, rollenbasierte Befähigung, menschliches Urteilsvermögen, Wissensaustausch-Praktiken und Messgrößen, die den KI-Einsatz mit aussagekräftigen Ergebnissen verknüpfen. Organisationen, die KI als Herausforderung in den Bereichen Wissen und Arbeitsgestaltung begreifen – und nicht nur als Technologie-Rollout –, werden besser aufgestellt sein, frühe Produktivitätsgewinne in nachhaltige Fähigkeiten zu überführen.»

«Verantwortungsvoller Einsatz von KI bedeutet, die richtigen Tools bereitzustellen und die Menschen zu unterstützen, die sie nutzen», so Dan Schawbel, Managing Partner bei Workplace Intelligence. «Unsere Studie unterstreicht, wie wichtig es ist, Mitarbeiter mit den Fähigkeiten, Richtlinien und der Anleitung auszustatten, die sie brauchen, um effektiv mit KI zusammenzuarbeiten. Unternehmen, denen das gelingt, erzielen Produktivitätsgewinne und stellen gleichzeitig sicher, dass ihre Belegschaft selbstbewusst, kompetent und engagiert bleibt.»

GoTo

GoTo ist der führende Anbieter von Cloud-Kommunikations- und IT-Lösungen, der sich für eine Arbeitswelt ohne Grenzen einsetzt. Mit den Flaggschiffprodukten GoTo Connect, LogMeIn Resolve und LogMeIn Rescue bietet das GoTo-Portfolio sichere, zuverlässige und KI-fähige Lösungen, die für kleine und mittelständische Unternehmen. Sie sind einfach zu implementieren und für Unternehmen weltweit skalierbar. Mit einem Jahresumsatz von fast 1 Milliarde US-Dollar verbessert GoTo kontinuierlich die KI-Erfahrungen für die menschliche Belegschaft bei Hunderttausenden seiner Kunden. Das Unternehmen hat seinen Hauptsitz in Boston, Massachusetts, und beschäftigt rund 2.800 GoGetters in Europa, Nordamerika, Südamerika, Asien und Australien.

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