Die KI-Nutzung in der Schweiz wächst deutlich: 57 Prozent der Unternehmen setzen inzwischen entsprechende Technologien ein und liegen damit über dem europäischen Durchschnitt. Gleichzeitig bleibt die Nutzung oft auf grundlegende Anwendungen beschränkt; nur 18 Prozent verwenden fortgeschrittene Systeme. KMU führen KI seltener ein als Grossunternehmen, erreichen bei aktiver Nutzung jedoch häufiger ein höheres Reifestadium. Bei agentischer und physischer KI ist die Vertrautheit noch gering. Start-ups stehen zudem unter Skalierungsdruck und nennen Finanzierung, Fachkräfte sowie uneinheitliche Regulierung als wichtige Hürden. Der Report empfiehlt gezielte Investitionen, Kompetenzaufbau und eine breitere Innovationsförderung.
Das unabhängige Forschungsunternehmen Strand Partners hat im Auftrag von Amazon Web Services (AWS) eine umfassende Analyse unter 2’000 Teilnehmenden zur Nutzung künstlicher Intelligenz in der Schweiz durchgeführt.
Die Ergebnisse sind im Report «Das Potenzial von KI in der Schweiz 2026 erschliessen» zusammengefasst. Sie zeigen: Die KI-Nutzung in der Schweiz liegt über dem europäischen Durchschnitt, die eigentliche Herausforderung liegt jetzt in der Tiefe der Einführung.
Die wichtigsten Ergebnisse im Überblick:
Die KI-Kluft vertieft sich: Adoption wächst, fortgeschrittene Nutzung sinkt
57 Prozent der Schweizer Unternehmen setzen heute KI ein, gegenüber 46 Prozent im Vorjahr. Damit liegt die Schweiz über dem europäischen Durchschnitt von 54 Prozent. Betrachtet man genauer, wie Unternehmen KI umsetzen, so zeigt sich, dass sich die meisten Unternehmen nach wie vor auf einer grundlegenden Stufe der KI-Einführung befinden:
- 60 Prozent der KI-nutzenden Unternehmen setzen KI vor allem für grundlegende Anwendungsfälle ein, etwa öffentlich verfügbare Chatbots oder fertige Lösungen (Vorjahr: 62 Prozent).
- 22 Prozent haben die mittlere Einführungsstufe erreicht und integrieren KI in mehrere Geschäftsbereiche.
- Nur 18 Prozent nutzen fortgeschrittene KI-Systeme, kombinieren mehrere Modelle oder setzen agentische KI ein – ein Rückgang gegenüber 20 Prozent im Vorjahr, bedingt durch den starken Zustrom neuer Anwender auf Einstiegsniveau.
KMU haben insgesamt seltener KI eingeführt als Grossunternehmen (55 Prozent gegenüber 64 Prozent), setzen sie aber, wenn sie einsteigen, tendenziell tiefer ein: 22 Prozent der KMU-Anwender erreichen die fortgeschrittene Stufe, gegenüber 18 Prozent im Durchschnitt aller Unternehmen.

Geringe Vertrautheit mit KI der nächsten Generation
Agentische und physische KI haben das Potenzial, Unternehmen weit über Produktivitätsgewinne hinauszuführen. Das Bewusstsein dafür ist in der Schweiz aber noch begrenzt:
- Weniger als ein Viertel der Unternehmen (24 Prozent) geben an, von agentischer KI gehört zu haben.
- Von diesen haben lediglich 4 Prozent die Technologie vollständig implementiert, 12 Prozent experimentieren oder führen Pilotprojekte durch.
- Nur 19 Prozent der Unternehmen sind mit physischer KI vertraut – bei Start-ups sind es 38 Prozent.
90 Prozent der Unternehmen, die bereits agentische KI einsetzen, berichten von Produktivitätssteigerungen, 95 Prozent von höheren Einnahmen nach der Einführung.
Schweizer Start-ups unter Skalierungsdruck
Start-ups sind Vorreiter bei der KI-Einführung, stossen im Inland aber zunehmend an Skalierungsgrenzen:
- 32 Prozent der Schweizer Start-ups ziehen einen Wegzug aus Europa in Betracht, um zu skalieren – etwas weniger als der europäische Durchschnitt von 38 Prozent. Die häufigsten Gründe sind bessere Verfügbarkeit von Finanzmitteln (60 Prozent), geringere Betriebskosten (54 Prozent) sowie eine schnellere internationale Skalierung (51 Prozent).
- Als grösste Hindernisse für die Skalierung im Inland nennen Start-ups eingeschränkten Zugang zu Finanzmitteln (54 Prozent), Schwierigkeiten bei der Talentgewinnung (42 Prozent) sowie uneinheitliche Regulierung zwischen Ländern (38 Prozent).
- Die Mehrheit (56 Prozent) plant keinen Wegzug und nennt starke lokale Ökosysteme (60 Prozent), guten Zugang zu europäischen Märkten (55 Prozent) sowie verfügbare Wachstumsfinanzierung (45 Prozent) als Gründe, in der Schweiz und Europa zu bleiben.
Empfehlungen: Vier Handlungsfelder
Der Report benennt vier Prioritäten, die dazu beitragen würden, den Erfolg in der nächsten Phase der KI-Einführung voranzutreiben und sicherzustellen, dass die Vorteile der KI der gesamten Wirtschaft zugutekommen:
- Auf den Stärken der Schweiz aufbauen: Die Schweiz führt weltweit bei der Dichte an KI-Fachkräften (Stanford AI Index 2026). Diese Stärke muss über Grossunternehmen und Forschungseinrichtungen hinaus auch für KMU zugänglich gemacht werden.
- KI-gestützte Innovation in allen Unternehmensgrössen fördern: Gezielte steuerliche Anreize, Kofinanzierungsprogramme und branchenspezifische Innovationszentren können Unternehmen dabei unterstützen, das volle KI-Potenzial auszuschöpfen.
- Gezielte Investitionen vorantreiben: 42 Prozent der Unternehmen haben kein eigenes KI-Budget. Klare Finanzierungsmechanismen für Start-ups, KMU und den öffentlichen Sektor sind nötig, um diese Lücke zu schliessen.
- Zugang zu Kompetenzen erweitern: Nur 24 Prozent der Unternehmen verfügen heute über starke KI-Kompetenzen. Politik und Wirtschaft müssen zusammenarbeiten, um digitale Fähigkeiten in der gesamten Erwerbsbevölkerung auszubauen.
AWS
Seit 2006 ist Amazon Web Services, Inc. (AWS), ein Unternehmen von Amazon.com, Inc. (NASDAQ: AMZN), die umfassendste und am weitesten verbreitete Cloud der Welt. AWS hat seine Services kontinuierlich erweitert, um praktisch jede Arbeitslast zu unterstützen, und verfügt nun über mehr als 240 voll ausgestattete Services für Rechenleistung, Speicher, Datenbanken, Netzwerke, Analytik, maschinelles Lernen und künstliche Intelligenz (KI), Internet der Dinge (IoT), Mobilgeräte, Sicherheit, Hybrid, Medien sowie Anwendungsentwicklung, -bereitstellung und -verwaltung in 105 Availability Zones in 33 geografischen Regionen, mit angekündigten Plänen für 18 weitere Availability Zones und sechs weitere AWS-Regionen in Malaysia, Mexiko, Neuseeland, dem Königreich Saudi-Arabien, Thailand und die AWS European Sovereign Cloud. Millionen von Kunden - darunter die am schnellsten wachsenden Startups, die größten Unternehmen und führende Regierungsbehörden - vertrauen auf AWS, um ihre Infrastruktur zu betreiben, agiler zu werden und Kosten zu senken.
