Sensor-Warnsystem verhindert Hochwasser-Katastrophen

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Sensor-Warnsystem verhindert Hochwasser-KatastrophenSensor-Warnsystem verhindert Hochwasser-Katastrophen
Sensor-Warnsystem verhindert Hochwasser-Katastrophen

Ein neues Smart-City-System soll Städte und Gemeinden zuverlässig vor Starkregen und Überschwemmungen schützen. Entwickelt vom Kölner Startup dataMatters, setzt das System auf eine Kombination aus Wetterstationen, Wasserstandssensoren und KI-gestützter Kanalüberwachung. Ziel ist es, drohende Gefahren frühzeitig zu erkennen und Schäden wie bei der Zugkatastrophe in Biberach zu verhindern. Die Lösung ist serienreif, bereits in 25 Kommunen im Einsatz – und könnte auch entlang gefährdeter Bahnstrecken oder Strassen Leben retten.

Ein verstopfter Abwasserschacht gilt als Ursache für das schwere Zugunglück im baden-württembergischen Landkreis Biberach mit mehreren Toten und Verletzten. Genau gegen diese Art von Hochwasserkatastrophen hat das Kölner Startup dataMatters, eine Ausgründung der RWTH Aachen, ein Smart-City-System entwickelt.

Das Schutzsystem funktioniert dreistufig

Erstens wird eine Wetterstation mit Regenmesser auf der höchsten Erhebung in einer Region in Betrieb genommen. Zweitens werden Wasserstandssensoren an Flüssen und Brücken angebracht. Und drittens werden andere Sensoren an Gullydeckeln, Sinkkästen und in der Kanalisation montiert, die automatisch auf Blätter, Müll und sonstige Verstopfungen kontrollieren, die den reibungslosen Ablauf großer Wassermassen verhindern könnten. Genau dies, ein verstopfter Abwasserschacht, der übergelaufen ist, so dass Geröllmassen auf die Gleise gespült wurden, ist Polizeiangaben zufolge die Ursache für die Katastrophe im Landkreis Biberach.

Das dataMatters-System ist laut Unternehmen bis zur Serienreife entwickelt und kann jederzeit zum Einsatz kommen. Es richtet sich in erster Linie an Städte und Gemeinden, kann nach Angaben des Kölner Startups jedoch auch entlang gefährdeter Bahnstrecken oder Straßen eingesetzt werden.

Die dataMatters GmbH hat kürzlich unter dem Namen urbanOS das, wie es heißt, «weltweit erste Smart-City-Betriebssystem» vorgestellt. Es erreicht rund zwei Drittel aller deutschen Hauszustell-Postleitzahlgebiete über die Spezialfunknorm LoRaWAN*.

Es gibt viele Anwendungsgebiete dafür:

  • Optimierung der Verkehrsführung
  • Abfallwirtschaft
  • Energieversorgung
  • ÖPNV
  • Parkraumüberwachung
  • Belebung der Innenstadt
  • Frühwarnsystem vor Hochwasser und Überschwemmungen

Das kommunale Operating System (urbanOS) basiert auf einem Mehr-Schichten-Modell

Sensoren erfassen, was tatsächlich los ist (zum Beispiel Starkregen, verstopfte Gullys, zu hohe Temperaturen etc.), übermitteln diese Informationen an einen Datenraum, wo sie mittels Künstlicher Intelligenz (KI) ausgewertet werden. Die Ergebnisse erscheinen praktisch verzögerungsfrei auf den Smartphones der Verantwortungsträger, so dass diese wie bei herannahenden Katastrophen rasch reagieren können. In 25 Städten und Gemeinden ist urbanOS schon im Einsatz – bei der Deutschen Bahn bedauerlicherweise noch nicht.

dataMatters

dataMatters ist auf die Nutzung Künstlicher Intelligenz in der Realwirtschaft spezialisiert. Einsatzgebiete: Smart City, Smart Factory, Industrie 4.0, Smart Building, IoT, Maschinen- und Anlagenbau, Gesundheitswesen, Agrarwirtschaft u. v. a. m. Dabei werden über Sensoren Daten aus dem realen Betrieb erfasst, in Datenräumen gesammelt und dort mittels KI-Software analysiert bzw. an KI-Systeme der Firmenkunden zur Weiterverarbeitung übergeben. Anhand der Ergebnisse lässt sich der Betrieb effizienter, nachhaltiger und wirtschaftlicher führen. Anwendungsbeispiele: Parkraumbewirtschaftung, Frühwarnsysteme für Anomalien wie beispielsweise Extremwetter, Maschinenverschleiss oder Rohrbruch, Heizungs-/Beleuchtungsautomatisierung in Gebäuden, CO2-Footprint-Erfassung anhand realer Daten und vieles mehr.

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