Eine grosse Portion GenAI für die Lebensmittelindustrie

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Bisher gingen Experten davon aus, dass generative KI (GenAI) jede Facette der Arbeitsabläufe von Verbrauchern und Unternehmen berührt. Jetzt ist klar: Es gibt einige definierte, wertvolle Anwendungsfälle in der Wirtschaft und insbesondere in der Fertigung, in denen GenAI als wichtiges Produktivitätswerkzeug angesehen werden kann. Und das gilt auch für die deutsche Lebensmittel- und Getränkeproduktion. Die neue, GenAI-vernetzte Arbeitswelt überwindet die Probleme des Fachkräftemangels und macht #BlueCollar-Arbeit für die Generation Z attraktiv, wie Yannick Haeck, Chief Product Officer bei Poka, erläutert.

Mit rund 6.150 Unternehmen und einem Jahresumsatz von über 186 Milliarden Euro ist die deutsche Lebensmittel- und Getränkeindustrie die größte in Europa. Doch trotz vorsichtiger und teilweise restriktiver Personalplanung finden die Hersteller immer noch nicht genügend Fachkräfte. Besonders angespannt ist die Situation laut den jüngsten Zahlen des ifo-Instituts in der Lebensmittelindustrie (27%).

Es ist eine ständige Herausforderung, die Generation Z für die Produktion zu gewinnen, die traditionell als langweilig, schmutzig oder gefährlich gilt. Die Schulung und Umschulung von Fabrikarbeitern mit unterschiedlichem Wissensstand, verschiedenen Kompetenzen und Sprachproblemen ist dafür von entscheidender Bedeutung. Gleichzeitig müssen die Gesundheits- und Sicherheitsverfahren an das neue technologiegestützte Zeitalter angepasst werden.

Hier kommen GenAI und eine neue Generation von Plattformen für vernetzte Mitarbeiter ins Spiel. Bei diesen Systemen ist die Erstellung und Bereitstellung von Inhalten Teil ihrer DNA. So verwandeln sie die traditionelle Fabrikhalle in einen produktiveren, coolen Arbeitsplatz.

GenAI ist nicht nur für die Arbeiter in der Lebensmittel- und Getränkeindustrie von Vorteil, sondern auch für die weltweite Konsumgüterindustrie, in der Deutschland eine führende Rolle spielt. GenAI-Anwendungsfälle könnten die globalen wirtschaftlichen Auswirkungen der KI um 15 bis 40 Prozent steigern. Laut McKinsey wären dadurch zusätzliche Gewinne in Höhe von 160 bis 270 Milliarden US-Dollar jährlich zu erzielen – ein Teil davon durch optimierte Arbeitsabläufe mit zunehmend vernetzten Arbeitern.

Lebensmittel- und Getränkehersteller sind mit Schulungsinhalten schnell überfordert

Lebensmittel- und Getränkehersteller, die über wenig KI-Erfahrung verfügen, können mit einem einfachen Test zur Erkennung von Anomalien einer Produktlinie anfangen. Sie können sogar Programme unterstützen, die über solche Anlagentests hinausgehen und bis zur Schulung und Personalentwicklung reichen.

Von Checklisten und Skill-Übersichten bis hin zu Verfahrensanleitungen und Wissenstransfer: Die Erstellung von Inhalten ist stets mit Aufwand verbunden. Angesichts steigender Kosten, Inflation und geopolitischer Ungewissheit ist es für das Management meistens keine Option, Mitarbeiter von ihren Aufgaben in der Produktion abzuziehen, damit sie Inhalte erstellen.

Dabei ist die Erstellung von Inhalten nicht die einzige Hürde. Noch schwieriger ist es, den Abruf von Inhalten in der Fabrikhalle zu erleichtern.

Vom Endgerät zur Produktionshalle – der Beitrag der KI zur Bindung einer engagierten Belegschaft

Die Einführung neuer Technologien, zum Beispiel von vernetzten Mitarbeiterplattformen und GenAI, verwandelt die dunklen, schmutzigen Werkshallen in einen ansprechenden Arbeitsplatz – und revolutioniert damit die Branche. Lebensmittel- und Getränkehersteller bemühen sich, jüngere Arbeitskräfte zu gewinnen, und bei dieser Personalbeschaffung kann sich GenAI als ausgesprochen nützlich erweisen. Um erfolgreich Mitarbeiter der GenZ anzuwerben, ist es von entscheidender Bedeutung, alle Arbeitsanweisungen auf digitalen Plattformen bereitzustellen.

Arbeitskräfte der Generation Z sind mit dem Einsatz von KI vertraut, beispielsweise durch Tools, die sie im Rahmen ihrer Ausbildung genutzt haben. Das macht sie empfänglicher für die Arbeit mit KI-Unterstützungssystemen. Generell sind es jüngere Menschen gewohnt, digital nach Antworten und Anweisungen zu suchen. Die digitale Bereitstellung von Inhalten ist also entscheidend, um sie in der Lebensmittel- und Getränkeindustrie zu halten und sie dazu zu befähigen, eigenverantwortlich zu handeln.

KI ermöglicht es Arbeitern, intelligenter statt härter zu arbeiten – entscheidend ist die Akzeptanz

Für die Lebensmittel- und Getränkeindustrie ist es eine der größten Herausforderungen, qualifizierte Mitarbeiter nicht nur zu rekrutieren, sondern sie auch zu halten. Technologie hilft ihnen dabei.

Gerade in Zeiten des Fachkräftemangels ist es für Hersteller wichtig, ihren Mitarbeitern den Wert von KI-Tools zu vermitteln und deren Nutzung zu erklären.

Die folgenden Beispiele zeigen, wie KI-Tools die Belegschaft unterstützen und motivieren können.

#1 KI unterstützt Arbeitsabläufe durch intelligente Content-Umwandlung

Fabrikarbeiter benötigen leicht verständliche und schnell zu erfassende Inhalte. Diese müssen in verschiedenen Formaten vorliegen, beispielsweise als textbasierte Anleitungen. Doch die Erstellung all dieser Inhalte ist zeit- und kapitalintensiv. Und es geht auch nicht nur um neue Inhalte. Fabriken der Konsumgüterindustrie verfügen bereits über Tausende von Dateien, zum Beispiel zu Standardverfahren und Arbeitsanleitungen. Deren Konvertierung in ein digitales Format ist ebenfalls kostspielig und zeitaufwendig.

In einer weltweiten Lenovo-Umfrage äußerten 79% der 600 befragten IT-Führungskräfte die Meinung, dass KI den Mitarbeitern die Möglichkeit gibt, sich auf sinnvollere Aufgaben zu konzentrieren. Das ist besonders in der Lebensmittel- und Getränkeindustrie wichtig, in der die Fristen eng und die Produkte nur begrenzt haltbar sind. Allerdings dauert es in der Regel eine gewisse Zeit, bis der volle Mehrwert von Lösungen für vernetzte Mitarbeiter zum Tragen kommt. Denn es ist sehr zeit- und arbeitsintensiv, die erforderlichen digitalen Arbeitsanweisungen zu erstellen und sie in die Plattform zu importieren. Hier kommt die KI ins Spiel!

#2 Bereitstellung multimedialer Arbeitsanweisungen

Die Rationalisierung der Erstellung oder Konvertierung von Inhalten aller Art mithilfe KI-gestützter Content-Transformation reduziert den Zeitaufwand für die Bereitstellung digitaler oder schriftlicher Anweisungen an einem sicheren Ort ganz erheblich. Die Fähigkeit, umfangreiche schriftliche Standardanweisungen innerhalb weniger Minuten in leicht verständliche digitale Arbeitsanweisungen umzuwandeln, verkürzt die Bereitstellungszeiten und sorgt so für eine schnellere Wertschöpfung.

Videos entwickeln sich schnell zu einer der meistkonsumierten Content-Formen – insbesondere für die GenZ.

Tatsächlich bekunden 65% der 16- bis 34-jährigen Mediennutzer Interesse an interaktiven Medieninhalten. Unternehmen sollten deshalb das Potenzial von Videos zur Verbesserung der Nutzerbindung nicht außer Acht lassen. Die Erstellung videobasierter Anleitungen für Fabrikarbeiter ist jedoch eine Herausforderung – insbesondere für Betriebe, die nicht über ausreichende finanzielle und personelle Ressourcen verfügen.

Mit der KI-gestützten Erstellung von Videoanleitungen ändert sich das jedoch. Die KI kann relevante Informationen extrahieren und sie in eine strukturierte Abfolge schriftlicher Schritte ordnen. Bilder können dabei helfen, bei jedem Schritt einen visuellen Kontext mitzuliefern. Insgesamt bereichert die KI digitale Arbeitsanweisungen um verschiedene benutzerfreundliche Elemente.

So können Fabrikarbeiter auf eine visuelle Schritt-für-Schritt-Anleitung zugreifen, die ihnen genau zeigt, wie eine Aufgabe auszuführen ist. Die KI trägt auch zur Verbesserung der Fehlerbehebung bei, da die Bediener auf eine umfangreiche Bibliothek von Inhalten zugreifen können. Jüngere Mitarbeiter profitieren von den Kenntnissen erfahrener Kollegen – auf eine Art und Weise, die ihren Erwartungen an den Arbeitsplatz entspricht.

#3 Sprachbarrieren überwinden – mit mehrsprachiger Transkription

54% der Arbeiter in der deutschen Lebensmittelherstellung haben einen Migrationshintergrund. Viele von ihnen sprechen Deutsch nicht als Muttersprache. Deshalb haben die meisten Lebensmittel- und Getränkeunternehmen Schwierigkeiten, wichtige betriebliche Inhalte in allen Sprachen ihrer vielsprachigen Belegschaft zur Verfügung zu stellen. Doch damit ist jetzt Schluss! Die KI-gestützte Transkription kann Sprachbarrieren abbauen und die Integration der Mitarbeiter fördern, indem sie alle Arten von Inhalten in die gewünschte Sprache übersetzt.

Was die KI-gesteuerte Transkription gegenüber menschlichen Übersetzern so nützlich macht, ist ihre Geschwindigkeit. GenAI-Tools brauchen für die Übersetzung von Videoaufnahmen nur wenige Minuten, keine Stunden. Die KI übersetzt den Ton automatisch in Untertitel in der Zielsprache. Das reduziert nicht nur den Aufwand für die Erstellung und Pflege von Inhalten. Es verbessert auch das Verständnis und das Behalten von Informationen und führt so zu mehr Sicherheit, Qualität und Produktivität in den Betrieben.

#4 Absichtsgesteuerte Suche zur Erfüllung der Benutzeranforderungen

Präzise Kommunikation und Verständlichkeit sind der Schlüssel, um die Produktivität von Mitarbeitern und Teams zu verbessern. In einer schnelllebigen und lauten Produktionsumgebung sind Fehler unvermeidbar. Da wäre es sehr hilfreich, ein Tool zu haben, das die Eingaben des Benutzers intelligent interpretiert und durch automatische Verbesserung von Grammatik, Wortschatz und Zeichensetzung für optimale Lesbarkeit sorgt.

KI kann es den Mitarbeitern ermöglichen, intelligenter statt härter zu arbeiten. Sie stellt ihnen intelligente Suchfunktionen zur Verfügung, die nicht nur die Absicht ihrer Anfrage erfassen, sondern sich auch an Tippfehler oder vage Begriffe anpassen. So erhalten die Nutzer schnelle und präzise Antworten auf ihre Anfragen, beispielsweise zu der Frage, wie der blockierte Mechanismus einer Mischmaschine zu beheben ist. KI stellt sicher, dass Mitarbeiter die richtigen Informationen zur richtigen Zeit erhalten.

Als eine der ersten Maßnahmen in diesem Jahr hat Poka semantische KI-Funktionen hinzugefügt, um die interne Suchmaschine der Poka-App zu verbessern. Dadurch wird es den Nutzern erleichtert, die benötigten Inhalte zu finden, ohne dass sie durch eine ganze Inhaltsbibliothek scrollen müssen, wodurch wertvolle Arbeitszeit vergeudet würde.

Die neue Funktion «Eine Frage stellen», die auf GenAI basiert, geht noch einen Schritt weiter, um die Mitarbeiter in der Werkshalle zu unterstützen.

Sie können sich das zeitraubende Durchsuchen seitenlanger Informationen sparen und stattdessen Poka verwenden, um spezifische Antworten schneller und intuitiver zu finden. Diese Informationen befinden sich in Wissensartikeln, die vom Kunden erstellt wurden. Bei der Suche nach Antworten wird auf diese Artikel zugegriffen, um Fehlinterpretationen durch die KI zu vermeiden.

Die transformative Kraft der Unternehmen

Die Zukunft der deutschen Lebensmittel- und Getränkeindustrie ist eng mit der langfristigen Integration von KI verknüpft – und GenAI spielt dabei eine wichtige Rolle. Während die Technologien sich weiterentwickeln, steigt die Zahl der Produktionsunternehmen, die KI bereits in ihre Prozesse einbinden oder diesen Schritt planen.

Der vernetzte Arbeiter ist der Beweis dafür, dass GenAI in der Lage ist, berufliche Skills zu erweitern sowie Schulungen und Personalentwicklungen in der Lebensmittel- und Getränkeindustrie zu unterstützen.

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