Daimler und Benz Stiftung fördert Forschung

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Erfahrungswissen steckt oft in den Köpfen erfahrener Fachkräfte und geht beim Ruhestand oder Jobwechsel verloren. In Zeiten von Fachkräftemangel und technologischen Umbrüchen wird es jedoch zur entscheidenden Ressource. Ein Forschungsprojekt untersucht, wie sich dieses Wissen mit Hilfe von KI, digitalen Zwillingen oder Wissensplattformen erfassen und weitergeben lässt. Ziel ist es, Technik und menschliche Perspektive zu verbinden, um Erfahrungswissen lebendig und nutzbar zu bewahren.

Bei demografischem Wandel, technologischem Fortschritt, Fachkräftemangel und wirtschaftlicher Unsicherheit kann Erfahrungswissen zur Überlebensfrage werden. Wie dieses wertvolle Wissen erfasst und weitergegeben werden kann, soll in einem interdisziplinären Verbundprojekt erforscht werden.

Die Daimler und Benz Stiftung fördert in ihrer Förderlinie Ladenburger Kolleg das Thema «Die Rolle und Bedeutung von Erfahrungswissen in Zeiten von künstlicher Intelligenz» und stellt für einen Forschungsverbund einen Betrag in Höhe von bis zu 1,5 Mio. Euro bei einer Laufzeit von maximal drei Jahren zur Verfügung. Antragsberechtigt sind unabhängige Forschungsgruppenleiter (Professoren, Juniorprofessoren, Habilitanden) an Hochschulen und gemeinnützigen außeruniversitären Forschungseinrichtungen in Deutschland.

Während technisches Fachwissen in Handbüchern, Anleitungen und Protokollen dokumentiert ist, bleibt wertvolles Erfahrungswissen oft stillschweigend gebunden an einzelne Köpfe. Verlässt eine langjährige Fachkraft ein Unternehmen oder geht in den Ruhestand, droht dieser Wissensschatz zu versiegen. Erfahrungswissen spielt aber nicht nur in Unternehmen, sondern in vielen gesellschaftlichen Bereichen eine zentrale Rolle – insbesondere dort, wo Entscheidungen unter Unsicherheit, Zeitdruck oder in komplexen Situationen getroffen werden müssen.

Künstliche Intelligenz und moderne Informationstechnologien eröffnen neue Perspektiven: Plattformen für Wissensmanagement, digitale Zwillinge oder intelligente Assistenzsysteme können helfen, Erfahrungswissen zu erfassen, zu strukturieren und bereitzustellen. Entscheidend ist jedoch, dass diese Technologien mit der menschlichen Perspektive verknüpft werden, etwa durch interaktive Interviews, Erfahrungsberichte in Videoform oder immersive Lernumgebungen. Nur so lässt sich Erfahrungswissen lebendig und anschlussfähig bewahren.

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