Die neue Content Marketing Studie der ZHAW zeigt: Zwei Drittel der Schweizer Unternehmen setzen bereits auf Content Marketing, und der Bereich professionalisiert sich zunehmend. Grössere Firmen integrieren vermehrt KI in ihre Prozesse – vor allem zur Texterstellung, Analyse und Personalisierung. Dennoch sind Fachwissen und Strukturen oft unzureichend und der Einfluss von KI auf Kreativität sorgt für kontroverse Diskussionen. Während Social Media und Unternehmenswebsites zentrale Kanäle bleiben, gewinnen datenbasierte Strategien und zielgruppenspezifische Formate weiter an Bedeutung.
Content Marketing ist für Schweizer Unternehmen zentral. 66 Prozent der befragten Unternehmen nutzen Content Marketing aktiv. Auch Unternehmen, die bisher kein Content Marketing betreiben, planen mehrheitlich die Einführung. Dies spiegelt sich auch in den Budgets wider: Unternehmen investieren knapp 40 Prozent ihres Gesamtbudgets in Content-Marketing-Massnahmen. «Wir erkennen eine zunehmende Professionalisierung des Content Marketings. Das bedeutet beispielsweise: Klar definierte Strategien, Zielgruppen-Analysen und der Einsatz von Content Management Tools für die Planung, Erstellung und Distribution des Inhalts», erläutert die Studienverantwortliche Nadine Stahl von der ZHAW.
Künstliche Intelligenz steigert die Effizienz
Insbesondere grössere Unternehmen nutzen KI zunehmend in ihren Content Prozessen. Dabei wird KI vor allem in der automatisierten Texterstellung, der Content Optimierung und in Analysen zur Erfolgsmessung eingesetzt. KI-gestützte Tools zur Personalisierung von Inhalten sowie zur automatisierten Content Distribution gewinnen an Bedeutung. Unternehmen, die bereits Erfahrung mit KI im Content Marketing gesammelt haben, berichten von Effizienzsteigerungen und verbesserten Zielgruppenansprachen. Gleichzeitig bremsen fehlendes Fachwissen, unzureichende interne Strukturen und Unsicherheiten bezüglich der Qualität und Glaubwürdigkeit KI-generierter Inhalte die breite Adaption.
«Unsere Studie zeigt erstmals Einblicke in den Einsatz von KI im Content Marketing. Wir haben festgestellt, dass der Einfluss von KI auf Kreativität und Authentizität kontrovers diskutiert wird. Während einige Unternehmen KI als unterstützendes Werkzeug betrachten, das menschliche Kreativität ergänzt, sehen andere Risiken einer zu starken Automatisierung», sagt die ZHAW-Forschende Nadine Stahl. Trotz dieser Herausforderungen würden aber viele Unternehmen erwarten, dass KI in den kommenden Jahren eine Schlüsselrolle im Content Marketing einnimmt.
Daten spielen eine immer grössere Rolle
Unternehmen nutzen Daten hauptsächlich, um das Verhalten und die Interessen ihrer Zielgruppen besser zu verstehen und die Wirksamkeit von Content Formaten zu analysieren. Dennoch schöpfen viele das Potenzial ihrer Daten noch nicht aus. «Gerade im Bereich der datenbasierten Optimierung und der Personalisierung von Inhalten besteht Entwicklungspotenzial», sagt Nadine Stahl.
Vielfalt an Content Formaten
Social Media Posts und Artikel auf der Unternehmenswebsite werden am häufigsten erstellt. Podcasts, White Paper oder Best-Practice-Studien gelten unter den Befragten als besonders effektiv, sind aber aufwendig in der Erstellung. Die Wahl der Distributionskanäle erfolgt zunehmend zielgruppenspezifisch. Die eigene Unternehmenswebsite und Social Media, insbesondere LinkedIn und Instagram, werden als besonders relevante Kanäle betrachtet. «Interessant ist, dass Unternehmen, die datengetrieben arbeiten, deutlich gezielter in die Content Distribution investieren und dabei insbesondere auf «Owned Media» und «Shared Media» setzen», so Nadine Stahl.
ZHAW
Das ZHAW Institut für Marketing Management (IMM) bietet umfassende Expertise im modernen Marketing – von Beratung und Forschung bis hin zu Lehre und Weiterbildung. Mit einem starken Netzwerk und internationalen Partnerschaften unterstützen wir Grossunternehmen, KMUs und Privatpersonen dabei, im Marketing erfolgreich zu sein.
