Telekom-Studie: Schweiz unter den Top-3 in Europa

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Telekom-Studie: Schweiz unter den Top-3 in Europa

Mit dem European Telecom Health Index liegt erstmals eine umfassende Bewertung der Telekommunikationsmärkte in 20 europäischen Ländern vor. Grundlage sind fünf Leistungsdimensionen sowie eine Befragung von rund 20.000 Verbraucherinnen und Verbrauchern. Die Schweiz gehört insgesamt zur europäischen Spitzengruppe und überzeugt insbesondere durch überdurchschnittliche Kundenzufriedenheit sowie stabile Renditen. Gleichzeitig ordnet die Analyse den Schweizer Markt bei der Glasfaser-Kommerzialisierung den sogenannten Laggards zu. Trotz hoher Abdeckung bleibt die Anschlussquote vergleichsweise niedrig. Die Studie macht deutlich, dass die aktuelle Marktstärke stark auf der Nutzung bestehender Netze basiert und künftiges Wachstum von Investitionen und konsequenter Migration auf moderne Infrastruktur abhängt.

Der European Telecom Health Index bewertet erstmals systematisch die Leistungsfähigkeit der Telekommunikationsmärkte in 20 europäischen Ländern entlang von fünf Dimensionen, darunter finanzielle Performance, Kommerzialisierung, Netzausbau, Marktumfeld und Kundenzufriedenheit. Rund 20.000 Verbraucherinnen und Verbraucher wurden dazu befragt. Die Schweiz zählt insgesamt zur europäischen Spitzengruppe und erzielt insbesondere bei Kundenzufriedenheit überdurchschnittliche Werte. Trotz der guten Ergebnisse ordnet die Studie den Schweizer Markt bei der Glasfaser-Kommerzialisierung der Gruppe der sogenannten «Laggards» zu – also Ländern mit vergleichsweise niedriger Abdeckung und geringer Anschlussquote, deren aktuelle Stabilität stark auf bestehender Netzinfrastruktur beruht.

«Die Schweiz gehört zu den leistungsfähigsten Telekommunikationsmärkten Europas», sagt Christoph Neunkirchen, Partner bei Kearney. «Der nächste Entwicklungsschritt wird jedoch nicht im weiteren Ausbau allein liegen, sondern auch in der konsequenten Nutzung moderner und sicherer Netze.»

Investitionen in moderne Telekommunikationsinfrastruktur werden daher entscheidend sein, um die langfristige Gesundheit des Sektors zu sichern und stabile Erträge auch künftig zu ermöglichen.

Hohe Zufriedenheit und stabile Renditen

Die Studie zeigt, dass Kundinnen und Kunden in den leistungsstärksten europäischen Märkten – neben der Schweiz auch Norwegen und Schweden – deutlich zufriedener mit Mobilfunk- und Festnetzdiensten sind als im europäischen Durchschnitt. In den Top-5-Ländern liegt die Zufriedenheit mit Mobilfunkdiensten um elf Prozent und mit Festnetzanschlüssen um 13 Prozent höher als in den schwächsten Märkten. Diese starke Kundenbindung wirkt sich positiv auf die wirtschaftliche Performance aus: In den führenden Ländern steigt der Umsatz pro Kunde um bis zu 15 Prozent, während die Abwanderungsquote um zehn bis 15 Prozent sinkt. Auch die Schweiz profitiert aktuell von stabilen Renditen: Die Kapitalrendite liegt in den letzten Jahren bei rund sieben Prozent ROCE (Return on Capital Employed), also die Rendite auf das eingesetzte Kapital. Laut Analyse verdeckt dieser Wert jedoch, dass ein Teil der Erträge weiterhin auf der intensiven Nutzung bestehender Netze basiert.

«Der aktuelle ROCE zeigt, dass bestehende Netze in der Schweiz effizient genutzt werden», erklärt Christoph Neunkirchen. «Für die Zukunft wird jedoch entscheidend sein, ob neue Investitionen – wie die für Glasfaser – höhere Nutzung und zusätzliche Erlöse mit sich bringen.»

Glasfaser-Kommerzialisierung als zentrale Aufgabe

In der Schweiz liegt die Glasfaserabdeckung laut Studie bei fast 60 Prozent, die Anschlussquote bei etwas über 50 Prozent, obwohl die Infrastruktur vielerorts bereits verfügbar ist. Obwohl das Land deutlich bessere Zahlen als seine Nachbarn aufweist, erscheint es in dem Cluster der Nachzügler, gemeinsam mit Deutschland und Österreich. Denn die Studie warnt, dass die aktuelle Glasfaser-Konstellation langfristig Risiken birgt, da der Bedarf an stabilen, leistungsfähigen Netzen mit der Digitalisierung von Wirtschaft, Verwaltung und Industrie weiter zunimmt. Zum Vergleich: Europaweit zeigt sich ein deutlicher Unterschied. In Märkten mit hoher Glasfaserabdeckung und hoher Nutzung liegt die Anschlussquote bei rund 84 Prozent, bei gleichzeitig stabilen Renditen.

«Der entscheidende Wert von Glasfaser entsteht nicht mit dem Ausbau, sondern mit der Nutzung», sagt Christoph Neunkirchen. «Erst mit konsequenter Migration von Haushalten und Unternehmen lassen sich zusätzliche Erlöse realisieren und Investitionen wirtschaftlich tragen.»

Europa vor Investitionslücke

Europaweit beziffert die Analyse den zusätzlichen Investitionsbedarf zur Erreichung der eigenen Gigabit- und 5G-Ziele bis 2030 auf 174 Milliarden Euro. Ohne zusätzliche Investitionen könnten bis zum Ende des Jahrzehnts rund 45 Millionen Europäerinnen und Europäer ohne ausreichende Hochgeschwindigkeitsanbindung bleiben. Auch wenn die Schweiz im europäischen Vergleich gut positioniert ist, macht die Studie deutlich, dass langfristige Wettbewerbsfähigkeit nur dann gesichert ist, wenn Investitionen in moderne Infrastruktur wirtschaftlich tragfähig bleiben und die Nutzung konsequent gesteigert wird.

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