Der Schweizer Detailhandel erzielte 2025 trotz schwierigem Marktumfeld ein leichtes Umsatzplus. Der Food-Bereich wuchs weiter und profitierte von kleineren, häufigeren Einkäufen sowie neuen Filialen. Non-Food verlor dagegen deutlich, geprägt von Restrukturierungen, Verkäufen und internationalem Wettbewerb. Online legte weiter zu, besonders durch lokale Anbieter und grenzüberschreitende Plattformen. Für 2026 zählen klare Positionierung, starke Sortimente und Kundennähe.
Der Schweizer Detailhandel blickt auf ein herausforderndes Jahr zurück. Im Jahr 2025 wurde ein Gesamtumsatz von 104.7 Milliarden Schweizer Franken erzielt – ein Wachstum von 1.0 Prozent. Während der Food-Bereich um 2.1 Prozent zulegte, verzeichnete der Non-Food-Sektor einen Rückgang von 2.7 Prozent.
Das Marktumfeld war geprägt von intensivem Preiswettbewerb bei Discountern und Supermärkten, dem Markteintritt internationaler Anbieter wie Rossmann und Action sowie anhaltenden Diskussionen rund um Temu und Shein.
Zahlreiche Handelsunternehmen richteten ihre Strategien neu aus und stärkten ihr Kerngeschäft. Auch im Onlinehandel rückte eine klare Positionierung zunehmend in den Fokus.
Detailhandel Schweiz 2025
Im Lebensmittel-Detailhandel setzte sich das Wachstum auch 2025 fort. Die Umsätze im Food-Sektor stiegen gegenüber dem Vorjahr um 2.1 Prozent. Nachdem die Anzahl der Verkaufsstellen seit 2000 um fast 29% zurückgegangen ist, sehen wir aktuell wieder ein Wachstum der Filialen – getrieben durch die Expansion von Discountern und Grossverteilern.
Silke Volejnik, Retail Leader NielsenIQ Switzerland ordnet ein: «Der aktuelle Ausbau des Filialnetzes im Lebensmittel-Detailhandel trägt dem anhaltenden Trend zu einer steigenden Anzahl kleinerer Einkäufe Rechnung.»
Der Non-Food-Bereich verzeichnete 2025 einen Umsatzrückgang von 2.7 Prozent, nach einer Stagnation von Minus 0.1 Prozent im Vorjahr. Das Marktgeschehen wurde dabei massgeblich durch strukturelle Veränderungen geprägt: Im Zuge des Verkaufs ihrer Fachmärkte trennte sich die Migros von mehreren Geschäftsbereichen. So wurde Bike World per März 2025 an Thömus veräussert, OBI Schweiz im April 2025 an die OBI-Gruppe verkauft und sämtliche Do-it + Garden-Filialen geschlossen. Zudem wurde micasa im September 2025 im Rahmen eines Management Buy Outs übernommen. Zugleich traten mit Rossmann (Dezember 2024) und Action (April 2025) zwei internationale Anbieter mit Expansionsstrategie in den Schweizer Markt ein.
Onlinehandel 2025
Der Onlinehandel setzte sein Wachstum 2025 fort: Der B2C-Umsatz stieg um 900 Millionen auf 15.8 Milliarden Schweizer Franken. Während die Käufe über .ch-Domains um 6 Prozent zunahmen, wovon vor allem lokale Pure Player profitierten, wuchs der grenzüberschreitende Onlinehandel um 8 Prozent.
Evgenij Isakulov, E-Commerce Leader NielsenIQ Switzerland & Austria erklärt: «Die Bedeutung ausländischer Anbieter im Schweizer Onlinehandel nimmt weiter zu – insbesondere chinesische Plattformen gewinnen an Marktanteil. Das Wachstum des grenzüberschreitenden Onlinehandels hat sich jedoch im Vergleich zum Vorjahr spürbar verlangsamt.»
Prognosen deuten auch für 2026 auf weiteres Wachstum hin. Neben etablierten Marktplätzen gewinnt auch Social Commerce zunehmend an Bedeutung – angetrieben durch die hohe Interaktion der Generation Z, während die Kaufabschlüsse überwiegend aus der Generation Y stammen.
Ausblick 2026
Angesichts eines anhaltend dynamischen Marktumfelds bleiben Schweizer Detailhändler gefordert, ihre Positionierung weiter zu schärfen. Der Fokus auf das Kerngeschäft, klare Sortimentsprofile und eine enge Kundenorientierung werden 2026 zentrale Erfolgsfaktoren sein. Gleichzeitig bieten neue digitale Instrumente und Marktentwicklungen die Chance, Trends frühzeitig zu erkennen und sich am Markt gezielt auszurichten.
