Im Jahr 2026 erreicht Künstliche Intelligenz einen Wendepunkt: Sie wird von einem zusätzlichen Effizienzfaktor zum strategischen Betriebssystem moderner Organisationen. Multimodale Interaktion, agentische KI-Plattformen und nahtlos integrierte Governance prägen den Arbeitsalltag und verändern das Zusammenspiel von Mensch und Technologie. Führungskräfte müssen neue Verantwortung übernehmen, um Innovationsgeschwindigkeit, Sicherheit und regulatorische Anforderungen in Einklang zu bringen. Unternehmen, die KI fest in ihre operativen Abläufe einbetten, schaffen Vertrauen, steigern Produktivität und gewinnen strategischen Handlungsspielraum.
Künstliche Intelligenz ist im Begriff, nach Jahren des Lernens, Testens und Skalierens zum festen Bestandteil des unternehmerischen Alltags zu werden. Für Cathy Mauzaize, EMEA President bei ServiceNow, markiert 2026 genau diesen Wendepunkt.
«Wenn die vergangenen Jahre davon geprägt waren, zu verstehen, was KI leisten kann, dann geht es 2026 darum zu beobachten, was passiert, wenn sie untrennbar mit unserem Arbeiten und Leben verbunden ist. Unternehmen in Europa, dem Nahen Osten und Afrika beschäftigen sich längst nicht mehr mit der Frage, ob sie KI einsetzen sollten, sondern wie sie in einer Welt erfolgreich bleiben, in der KI jede Entscheidung und jeden Prozess beeinflusst.»
Multimodale KI wird zur neuen Normalität
Die Art und Weise, wie Menschen mit Technologie arbeiten, hat sich in den vergangenen Jahren stark verändert. Lange Zeit war die Arbeit mit digitalen Systemen durch klar definierte Bedienformen geprägt. Nutzer wechselten zwischen einzelnen Anwendungen, steuerten Prozesse über Tastatur und Maus und orientierten sich an festen Benutzeroberflächen. Diese Grenzen beginnen sich nun aufzulösen.
Moderne Unternehmenssoftware entwickelt sich hin zu multimodalen Systemen, in denen Sprache, Text, Bilder, Klicks und Video in einer integrierten Arbeitsumgebung verschmelzen. Die Kommunikation mit Technologie orientiert sich immer stärker daran, wie Menschen denken, sprechen und Informationen erfassen.
Was das zur Folge hat, zeigt sich unmittelbar im Arbeitsalltag. Teams können Projekte im Gespräch aufsetzen, während KI parallel Inhalte strukturiert, dokumentiert und visuell aufbereitet. Service-Teams wechseln nahtlos zwischen Chat- und Sprachinteraktionen und KI antizipiert bereits die nächsten Schritte und stellt kontextbezogene Informationen zur Verfügung. Ebenso können Analysen aus der Interaktion heraus entstehen und lassen sich beispielsweise ohne Medienbrüche visuell vertiefen.
All das verändert das Verhältnis zwischen Menschen und Technologie. KI tritt nicht als isoliertes Werkzeug auf, denn sie lässt sich nahtlos in bestehende Arbeitsabläufe integrieren.
Governance versus Geschwindigkeit wird zur Führungsfrage
Je selbstverständlicher KI im Unternehmensalltag wird, desto stärker rückt eine klassische Managementfrage in den Mittelpunkt: Wie lassen sich die enorme Entwicklungsgeschwindigkeit und das Thema Verlässlichkeit miteinander vereinbaren? Für viele Führungskräfte geht es daher weniger um Technikintegration als um Verantwortung.
Mit dem EU AI Act wird diese Frage konkret und verankert das Thema Regulierung in der unternehmerischen Realität. Doch Regeln allein schaffen noch keine verantwortungsvolle KI. Entscheidend ist, wie Unternehmen im Arbeitsalltag damit umgehen. Gefragt sind klare Leitlinien, die Orientierung geben und Entscheidungsprozesse nicht ausbremsen.
Erfolgreiche Organisationen verankern Governance in ihren Arbeitsabläufen. Zuständigkeiten, Transparenz und klare Entscheidungswege werden nicht nachträglich ergänzt, sondern sind von Beginn an integriert und fliessen automatisch in bestehende Prozesse ein. So lassen sich Risiken begrenzen, ohne an Innovationskraft zu verlieren.
Agentische KI verlangt neue Verantwortung von CIOs
2026 wird auch das Jahr sein, in dem agentische KI-Plattformen flächendeckend in der Unternehmenslandschaft Einzug halten. Gemeint sind Netzwerke intelligenter Agenten, die Aufgaben selbstständig koordinieren, Workflows steuern und Entscheidungen vorbereiten.
Diese Entwicklung erhöht Effizienz und Geschwindigkeit, bringt aber auch neue Risiken mit sich. Die bekannte Problematik der Schatten-IT wird durch ein neues Phänomen ersetzt: Schatten-KI. Modelle und Agenten, die ausserhalb definierter Governance-Strukturen entstehen, können Sicherheits-, Datenschutz- und Compliance-Risiken verursachen.
KI wird Teil der Arbeit – nicht nur ein zusätzliches Tool
Die vielleicht grösste Veränderung betrifft den Arbeitsalltag selbst. Im Jahr 2026 wird KI nicht mehr neben den Arbeitsprozessen stehen, sondern integraler Bestandteil der täglichen Arbeit sein. Was als zusätzliche Effizienzebene begann, hat sich zu operativer Intelligenz entwickelt, die Entscheidungen unterstützt, Abläufe beschleunigt und den Fokus auf wertschöpfende Tätigkeiten lenkt.
Ausblick
2026 wird zum Jahr der Entscheidung. KI verliert ihren Projektstatus und wird zur betrieblichen Selbstverständlichkeit. Der Unterschied entsteht durch die Art, wie Unternehmen Arbeit, Steuerung und Verantwortung neu organisieren. Multimodale Interaktion, integrierte Governance und agentische Systeme greifen dabei ineinander, wirken gemeinsam und verstärken sich in ihrer Wirkung.
Autorin: Cathy Mauzaize, EMEA President bei ServiceNow.
ServiceNow
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