Über 50 Roboter aus aller Welt arbeiten in diesen Tagen am ersten Davos Tech Summit in den Davoser Strassen, Geschäften und Bergen. ANYmal wurde als die beste Roboteranwendung ausgezeichnet, während Pudu FlashBot MAX den Preis für den grössten gesellschaftlichen Nutzen erhielt: Eine hochkarätige Jury hat gestern die Robot City Awards auf der historischen Schatzalp verliehen. 80 Expert:innen diskutieren an der zweitägigen Konferenz über den Stand der Technologie, und am Samstag macht der Family Day die Robotik der Bevölkerung zugänglich.
Seit gestern erkunden rund 600 internationale Summit-Teilnehmende sowie zahlreiche Besucher:innen von Davos die erste Robot City Europas. Bei bestem Bergwetter beobachten sie mehr als 50 Roboter aus Europa, China und den USA bei der Arbeit und erhalten damit einen Eindruck davon, wie unser Alltag in naher Zukunft aussehen könnte. Sie fahren in autonomen Shuttles, beobachten einen Roboter beim Feuerlöschen, sprechen mit Humanoiden über die Auswahl im Laden und interagieren mit Robotern in der Alterspflege. Zu sehen gibt es Systeme, die industrielle Anlagen, den Berg und sogar den Mars überwachen. Der älteste ferngesteuerte Roboter Sabor aus der Schweiz hat die lebensechte Roboterfrau Moya getroffen, die erstmals China verlassen hat.
ANYmal ist die beste Roboteranwendung der Gegenwart
Gestern verlieh eine renommierte Fachjury den Robot City Award in den zwei Kategorien «Most Impactful Real-World Deployment» und «Robot for Society». Diese Auszeichnungen machen den Stand der Robotik greifbar. Ausgezeichnet wurde ANYmal von ANYbotics als beste Roboteranwendung für die Integration und Nutzung der Inspektionsdaten in SAP. Aus Sicht der Jury ist der Lieferroboter FlashBot Max von Pudu die Anwendung mit dem grössten gesellschaftlichen Nutzen. Und heute Abend nach dem Robot March wird der «People’s Robot» gekürt – die Besucher der Robot City können immer noch mittels QR-Codes wählen.
Die Konferenz widmet sich mit 80 Expert:innen von Organisationen wie der japanischen Tohoku University, Disney Research, NASA, CERN, ABB Robotics, Siemens, ETH und EPFL dem Stand der Technologie, der Cybersecurity und Ethik. Eine zentrale Frage dreht sich um die Rolle Europas in diesem Bereich. Marco Pavone, Assistenzprofessor in Stanford und Leiter der Forschung im Bereich autonome Fahrzeuge bei NVIDIA, erklärt: «KI geht heute über die digitale Welt hinaus, um die physische Welt zu verstehen, zu analysieren und in ihr zu handeln. Die Robotik wird zur prägenden Anwendung dieses Zeitalters, ermöglicht durch rasante Fortschritte in KI, Simulation und Rechenleistung. Es ist spannend, dass Davos diese neue Plattform bietet und damit den beschriebenen Wandel beschleunigt.»
Family Day bringt Roboter und Mensch zusammen
All diese Innovationen werden heute Nachmittag und morgen für die interessierte Bevölkerung geöffnet. Besucher:innen können in geführten Rundgängen die Robot City erkunden, und der Family Day am Samstag wird zum Roboter-Happening zum Anfassen, mit Workshops für Jugendliche und Kinder sowie Verpflegung für die ganze Familie. Aude Billard, Direktorin des EPFL Robotics Center, erforscht die Bereiche maschinelles Lernen und Robotik: «Die humanoide Gestalt des Roboters ist eine wichtige Grundlage für eine gute Interaktion mit dem Menschen. Aber wir müssen weiterdenken, uns vom humanoiden Formfaktor lösen und die Möglichkeiten der Technik ausschöpfen. So könnten Roboter auch am Hinterkopf Augen haben, das erweitert ihr Einsatzgebiet und bringt uns nur Vorteile.»
Der Davos Tech Summit ist breit abgestützt durch die Initianten rund um den Davos Congress, die Gemeinde Davos, die Kantone Graubünden, Zürich, Solothurn und Basel-Landschaft und zahlreiche private Partner wie NVIDIA, EY, Deloitte, und AWS. Ohne die Robot-City-Partner und weitere Unterstützer wäre diese Dichte an Innovation nicht denkbar. Die Organisatoren rund um Managing Director Tilman Eberle blicken positiv auf die erste Hälfte des Summit zurück und hoffen auf eine rege Teilnahme am morgigen Family Day: «Die vielen Roboter im öffentlichen Raum haben die Besucher beeindruckt, und mit der Konferenz haben wir den Austausch unter Anwender- und Anbieterfirmen mit Experten gefördert. Gemeinsam können wir viel bewegen!» Das gesamte Programm ist unter davostechsummit.com verfügbar. Ebenso die Informationen zum Family Day.