Wirtschaft ist auf Quanten-Kriminalität kaum vorbereitet

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Wirtschaft ist auf Quanten-Kriminalität kaum vorbereitet

Die Vereinten Nationen haben 2025 zum Jahr der Quantentechnologie erklärt und damit deren Bedeutung unterstrichen. Gleichzeitig warnen Experten vor erheblichen Risiken für die Cybersicherheit. Quantencomputer könnten in naher Zukunft heutige Verschlüsselungsverfahren brechen. Bereits jetzt nutzen Cyberkriminelle Strategien wie «harvest now decrypt later», um Daten zu sammeln. Dennoch unterschätzen viele Unternehmen die Gefahr und haben kaum Schutzmassnahmen implementiert.

Die Vereinten Nationen hatten 2025 als «International Year of Quantum Science and Technology» deklariert, um die Bedeutung der Quantentechnologie für die Menschheit zu betonen.* «Gleichzeitig könnte sich Quantencomputing zu einer der größten Bedrohungen für die digitale Zivilisation entwickeln», weist James Lee, Regional Director DACH beim Cybersicherheitsunternehmen Horizon3.ai, auf die Schattenseite der vor 100 Jahren entdeckten Quantenmechanik hin. Quantencomputer werden nämlich schon in wenigen Jahren in der Lage sein, alle heute geläufigen Verfahren zur Datenverschlüsselung zu knacken.

Das Verfahren «harvest now decrypt later» (HNDL) hat in der Cybercrime-Szene Hochkonjunktur. Damit ist gemeint, dass Cyberkriminelle heute schon in großem Umfang Datenbestände erbeuten, die sie derzeit aufgrund der Verschlüsselung noch nicht verwenden können, aber davon ausgehen, dass sie die Verschlüsselung schon bald mittels Quantencomputing knacken und die Informationen dann nutzen können.

«Umso wichtiger ist es, selbst hochverschlüsselte Datenbestände heute schon so gut wie möglich zu schützen»

betont James Lee, Regional Director DACH bei Horizon3.ai. In der Wirtschaft hält sich die Aufmerksamkeit für die aufkommende Gefahr allerdings noch in Grenzen, hat eine aktuelle Umfrage von Horizon3.ai unter 300 Firmen in Deutschland, Österreich und der Schweiz zutage gefördert.

Demnach stufen nur 14 Prozent der Unternehmen Quantencomputing-basierte Angriffe als ernsthafte Bedrohung ein. 38 Prozent sehen in der Quantentechnologie immerhin ein moderates Bedrohungspotenzial. 40 Prozent halten diesen Aspekt für vernachlässigbar. Dementsprechend gering ist das Interesse an Schutzmaßnahmen.

Die Mehrheit (52 Prozent) der von Horizon3.ai befragten Firmen hat bislang keinerlei Vorkehrungen getroffen, um ihre Datenbestände quanten-sicher zu verschlüsseln. 44 Prozent wollen auch künftig daran nichts ändern. 28 Prozent planen zumindest teilweise den Umstieg auf quanten-sichere Verschlüsselungsverfahren oder haben sogar schon erste Schritte dahingehend eingeleitet. 22 Prozent arbeiten dabei mit einem festen Zeitplan zur Umstellung. Lediglich 14 Prozent der Firmen haben sich eigenen Angaben zufolge bereits vollständig darauf eingestellt, dass sich Cyberkriminelle künftig der Quantentechnologie bedienen, um verschlüsselte Datenbestände, die sie erbeuten, auch nutzen zu können.

*https://quantum2025.org/

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