Wie Europa KI im Gesundheitswesen erfolgreich skalieren kann

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Wie Europa KI im Gesundheitswesen erfolgreich skalieren kannWie Europa KI im Gesundheitswesen erfolgreich skalieren kann
Wie Europa KI im Gesundheitswesen erfolgreich skalieren kann

Europa besitzt nach Ansicht des Beitrags hervorragende Voraussetzungen, um bei Künstlicher Intelligenz und insbesondere im Gesundheitswesen weltweit eine führende Rolle einzunehmen. Öffentliche Institutionen, hochwertige Gesundheitsdaten, klinische Kompetenz und vertrauenswürdige regulatorische Strukturen schaffen einen Wettbewerbsvorteil, der jedoch bislang nicht konsequent genutzt wird. Gleichzeitig wächst die Abhängigkeit von aussereuropäischen Cloud- und KI-Anbietern, während fragmentierte Märkte, langsame Entscheidungsprozesse und komplexe Regulierung Innovationen erschweren. Vorgestellt werden fünf strategische Prioritäten: das Gesundheitswesen als europäischen KI-Leitsektor etablieren, Regulierung stärker mit industrieller Wettbewerbsfähigkeit verbinden, grenzüberschreitende Zusammenarbeit und Harmonisierung beschleunigen, auf strategisch abgesicherte Vernetzung statt vollständige Isolation setzen sowie Talente, Kapital und Innovationskraft gezielt fördern. Der Beitrag versteht KI-Einführung und praktische Umsetzung als eigentlichen Schlüssel für Europas digitale Souveränität und langfristige Wettbewerbsfähigkeit.

Für Corti steht fest: Europa hat realistische Chancen, bei KI im Gesundheitswesen und bei KI insgesamt eine Führungsposition einzunehmen. Voraussetzung ist, dass Politik, Infrastruktur, Investitionen und Umsetzung stärker aufeinander abgestimmt werden. Für Europa ist es von dringender Bedeutung, Chancen zu nutzen. Zugleich muss die kritische Abhängigkeit von wenigen, vorwiegend US-amerikanischen Technologiekonzernen sinken.

Die aktuelle Lage

Europa spricht zunehmend über digitale Souveränität. Im Kern steht die Frage, wie Europa unabhängiger von Technologiekonzernen aus den USA und China werden kann. Es geht darum, eigene Plattformen aufzubauen, zu regulieren und zu kontrollieren. Auch der Schutz von Daten, Arbeitsplätzen und kulturellen Gütern wie Musik gehört dazu. Bisher wurde die Debatte stark von Angst und Regulierung geprägt.

Vielleicht hat sich Europa zu lange auf das konzentriert, was es schützen will. Zu selten richtete sich der Blick nach vorn: auf das, was Europa aufbauen kann, und auf das enorme Potenzial, das vor ihm liegt.

Bis vor kurzem war Digitalisierung für die meisten Europäer eine Frage von Produktivität, Kostensenkung und besseren Dienstleistungen. Das hat sich schnell geändert, vor allem aufgrund geopolitischer Verschiebungen. Was rein kommerziell war, ist zu einer Frage kritischer Infrastruktur, Sicherheit und strategischer Handlungsfähigkeit in globalen Abhängigkeiten geworden.

Die Realität ist, dass eine ausländische Regierung prinzipiell Teile Europas abschalten könnte. Dafür gibt es bereits Beispiele, etwa den Fall des Chefanklägers des Internationalen Strafgerichtshofs (IStGH), Karim Khan. Sein E-Mail-Zugang beim IStGH wurde Berichten zufolge von Microsoft gesperrt. Vorausgegangen waren Druck und die Androhung von Konsequenzen durch US-Präsident Donald Trump. Es mag nicht in großem Stil geschehen. Doch die Macht dazu existiert, und sie kann missbraucht werden.

Kürzlich traf Frankreich nach langen Kontroversen eine Entscheidung, die genau dies veranschaulicht: Das Land verlagert seinen nationalen Health Data Hub, der die Gesundheitsdaten von mehreren zehn Millionen französischen Bürgern enthält, von Microsoft Azure zum europäischen Cloud-Anbieter Scaleway. Dieser Entscheidungsprozess dauerte fünf Jahre.

Die Frage lautet: Was ist nötig, damit der nächste Schritt schneller gelingt?

Trotz europäischer Dynamik dominieren US-amerikanische und chinesische Technologieunternehmen weiterhin weltweit. Laut dem Critical Technology Tracker des Australian Strategic Policy Institute (ASPI) liegen die Vereinigten Staaten bei 7 von 44 kritischen Technologien vorn. China nimmt bei den übrigen 37 die Spitzenposition ein. Europa führt demnach in keinem dieser Bereiche.

Digitale Lösungen sind etwas, das Europa nutzt, nicht etwas, das es besitzt. Souveränität bleibt ein Schlagwort, solange europäischen Plattformen die Bedingungen fehlen, um im Wettbewerb zu bestehen und sich durchzusetzen. Europas digitale Zukunft wird dann weiterhin standardmäßig ausgelagert.

Am Beispiel von KI im Gesundheitswesen zeigt sich besonders deutlich, was für Europa auf dem Spiel steht. Wenn es Europa gelingt, diesen Bereich erfolgreich zu gestalten, kann dies auch in anderen Bereichen gelingen.

Für Corti ergeben sich fünf Schlussfolgerungen mit konkreten Empfehlungen:

#1 Das Gesundheitswesen ist eine strategische Chance für Europa im Bereich der KI

Das Gesundheitswesen könnte der Bereich sein, in dem Europa über echte strukturelle Vorteile verfügt: vertrauenswürdige öffentliche Institutionen, über Jahrzehnte erhobene longitudinale Patientendaten, umfassende klinische Expertise und eine starke Tradition regulierter Interoperabilität. Das sind Stärken, die sich anderswo nicht schnell nachbilden lassen.

Dennoch wird dieser Vorteil nicht in wettbewerbsfähige KI-Infrastruktur überführt. Die dominierenden Systeme für elektronische Patientenakten in europäischen Krankenhäusern sind weitgehend amerikanisch. Wenn China oder die USA überlegene KI-Modelle auf besseren oder größeren Gesundheitsdatensätzen entwickeln, werden europäische Patienten zu Recht Zugang zu den daraus entstehenden Diagnoseverfahren, Therapien und Wirkstoffen verlangen. Europa wird dann die Fähigkeit verlieren, in sein eigenes Innovationsökosystem im Gesundheitswesen zu investieren und es zu steuern.

Ein Rückstand hätte nicht nur wirtschaftliche, sondern auch klinische Folgen. Jene Länder, die bei KI im Gesundheitswesen führend sind, werden die Standards für die medizinische Versorgung ihrer Bevölkerung vorgeben.

Damit wird das Gesundheitswesen zum Testfeld für andere Bereiche. Gelingt es Europa, KI im Gesundheitswesen zu entwickeln und zu skalieren, ist es dazu auch in jedem anderen Bereich in der Lage.

Entscheidend ist, dass die europäische Stärke möglicherweise nicht nur in der Entwicklung von KI-Modellen liegt. Europa verfügt ebenso über umfassende Erfahrung bei deren Implementierung und Einführung in komplexen medizinischen Umgebungen. Die gewachsene Fähigkeit, universell einsetzbare Technologien in spezifische, vertrauenswürdige und hochwertige klinische Ergebnisse zu übersetzen, könnte der eigentliche Wettbewerbsvorteil sein. Und er wächst mit jeder Implementierung.

Empfehlungen

  • Das Gesundheitswesen als Leitsektor festlegen, um europäische KI-Führungsstärke sichtbar zu machen – mit eigener Finanzierung und konkreten Umsetzungszielen.
  • Sichere und gut funktionierende grenzüberschreitende Zusammenarbeit mit Gesundheitsdaten im Rahmen des European Health Data Space (EHDS) ermöglichen.
  • Klinisch integrierte Umgebungen für den KI-Einsatz fördern, in denen europäische Unternehmen nicht nur Forschung betreiben, sondern auch entwickeln, validieren und skalieren können.
  • Stärken in Pharma- und Medizintechnik, etwa den dänischen Pharmacluster, mit der KI-Entwicklung verbinden. So gehen Wettbewerbsvorteile nicht durch überlegene ausländische Modelle verloren.
  • In klinische Innovationsumgebungen im privaten und öffentlichen Sektor investieren, die mit den KI-Entwicklungszyklen Schritt halten können.

#2 Regulierung allein wird nicht zu europäischer Wettbewerbsfähigkeit oder digitaler Souveränität führen

Europa hat stark in Regulierung investiert, zugleich aber zu wenig in industrielle Kapazitäten und Skalierungsmechanismen. Die Verabschiedung des AI Act dauerte fast ein Jahrzehnt, und seine Umsetzung bleibt unsicher. Auf EU-Ebene konzipierte Compliance-Rahmenwerke sind für Startups und regionale Gesundheitssysteme oft kostspielig und komplex. Dadurch beschleunigen sie die Marktkonzentration zugunsten der großen globalen Plattformen, die sie eigentlich begrenzen sollten. Hyperscaler können es sich leisten, die Anforderungen in jedem der 27 EU-Mitgliedstaaten einzeln zu erfüllen. Startups können das nicht, und es sollte auch nicht von ihnen verlangt werden.

Zwischen Europas Souveränitätsambitionen und der heutigen Beschaffungsrealität klafft eine erhebliche Lücke. Unternehmen, Krankenhäuser und Gesundheitssysteme können viele Lösungen noch nicht realistisch erwerben und implementieren. Fachleute aus der Praxis berichten, dass der Aufbau auf europäischen Alternativen bis zu 15-mal so viel kosten kann wie vergleichbare Lösungen aus den USA. Damit wird souveräne Beschaffung für die meisten Organisationen eher zu einer theoretischen als zu einer praktischen Option.

Empfehlungen

  • Beschaffungsstandards für souveräne KI- und Cloud-Lösungen präzisieren, damit öffentliche Einrichtungen fundierte und praktikable Kaufentscheidungen treffen können.
  • Die Fragmentierung zwischen den Ambitionen auf EU-Ebene und der nationalen Umsetzung verringern.
  • Sicherstellen, dass Compliance-Rahmenwerke für Startups und regionale Gesundheitssysteme umsetzbar sind. Sie dürfen nicht nur für große Technologieunternehmen bewältigbar sein, die Compliance-Kosten leicht tragen können.
  • In regulatorische Kompetenz als Wettbewerbsvorteil für europäische Unternehmen investieren. Dazu gehören Unterstützung bei Zertifizierungen, Förderung von Fachkräften im Bereich Regulatory Affairs und gemeinsame Compliance-Infrastrukturen für Startups und Scale-ups. So können europäische Unternehmen komplexe Regulierung als Stärke nutzen, statt durch sie ausgeschlossen zu werden.
  • Öffentlich-private Umsetzungspartnerschaften beschleunigen, die den Schritt von der Zielsetzung hin zu einsatzfähiger Infrastruktur vollziehen.

#3 Europa braucht schnellere Entscheidungsfindung und mehr strategische Koordination

Die Tendenz der EU zu umfassenden, verfahrensintensiven Rechtsvorschriften führt zu langwierigen Entscheidungsprozessen. Diese können mit der möglichen Geschwindigkeit der KI-Entwicklung nicht Schritt halten. Genau in der Lücke zwischen der Gesetzgebung auf europäischer Ebene und der Umsetzung in den Mitgliedstaaten geht Souveränität verloren.

Innerhalb einzelner Länder passen IT-Systeme oft nicht ausreichend zusammen. Grenzüberschreitend regulieren Rahmenwerke wie Deutschlands BSI C5 und Frankreichs HDS die Sicherheit medizinischer Daten. Da sie jedoch nicht gegenseitig anerkannt sind, entstehen praktische Hürden. Cloud-Anbieter, die in einem Land zertifiziert sind, können dadurch nicht ohne Weiteres Kunden in einem anderen Land bedienen. Das gilt selbst dann, wenn sich die Sicherheitsstandards weitgehend überschneiden.

Diese Fragmentierung zu beheben, ist keine bürokratische Verbesserung. Es ist eine Voraussetzung für einen funktionierenden europäischen Markt für KI im Gesundheitswesen.

Empfehlungen

  • Die Koordination zwischen Regierungen, Wissenschaft, Infrastrukturanbietern und Startups stärken und auf operative Abstimmung hinarbeiten.
  • Europäische missionsorientierte KI-Initiativen mit klaren industriellen Zielen schaffen statt reiner Forschungsaufträge.
  • Kleinere, agile Länder wie Dänemark als Testumgebungen für eine rasche Umsetzung nutzen und Lösungen anschließend breiter in der EU einführen.
  • Rahmenwerke für die Sicherheit medizinischer Daten harmonisieren, etwa BSI C5 und HDS. Eine Zertifizierung in einem Land soll im gesamten Binnenmarkt anerkannt werden.
  • Das 28th Regime, ein einheitlicher europäischer Rechtsrahmen, als praktisches Instrument weiterentwickeln. So lässt sich regulatorische Fragmentierung für grenzüberschreitend tätige Unternehmen verringern.

#4 Das Ziel ist strategisch abgesicherte Vernetzung, nicht Isolation

Die Debatte brachte eine wichtige Neujustierung zum Vorschein: Das vorherrschende Ziel, im KI-Wettlauf zu «gewinnen», dürfte kaum von Erfolg gekrönt sein. Gemeint ist vor allem der Versuch, eigene Basismodelle zu entwickeln, die mit führenden US-amerikanischen oder chinesischen Alternativen konkurrieren. Dies ist womöglich die falsche Ambition.

Es geht nicht um vollständige Unabhängigkeit, sondern um strategisch abgesicherte Vernetzung. Europa muss zu eigenen Bedingungen an einem globalen Technologieökosystem teilnehmen können. Dafür braucht es ausreichende Resilienz, Gestaltungsmacht und Handlungsalternativen. Nur so wird eine etwaige Abhängigkeit nicht zur Schwachstelle.

Der Wert von KI im Gesundheitswesen liegt in Einführung, Umsetzung und klinischer Integration. Entscheidend ist, universell einsetzbare Technologie in spezifische, vertrauenswürdige und hochwertige Ergebnisse zu überführen. Europa verfügt über starke Umsetzungskompetenz, bewährte Traditionen klinischer Governance und vertrauenswürdige institutionelle Rahmenwerke. Das sind Wettbewerbsvorteile für die Anwendungsebene, auch wenn der Bereich der Basismodelle weiterhin von US-amerikanischen und zunehmend chinesischen Akteuren dominiert wird.

Das Risiko einer Abhängigkeit ist real. Doch strategisch gesteuerte Abhängigkeiten sind erreichbarer als vollständige Unabhängigkeit. Werden sie durch Dual-Sourcing-Strategien und Exit-by-Design-Verträge abgesichert, sind sie auch stabiler als Isolation.

Empfehlungen

  • Dem Impuls widerstehen, US-amerikanische oder chinesische Geschäftsmodelle zu kopieren. Stattdessen auf europäischen Werten rund um Data Governance, Patientenrechte und öffentliche Rechenschaftspflicht aufbauen. Regelkonforme Mittelmäßigkeit ist keine Souveränität.
  • Europäische KI-Ambitionen neu definieren: als Führungsanspruch bei Einführung, klinischer Integration und sektorspezifischer Anwendung – nicht nur bei der Entwicklung von Basismodellen.
  • Nationale und EU-weite Abhängigkeitsindikatoren für kritische digitale Infrastruktur entwickeln. So können Organisationen ihre Abhängigkeiten verstehen und aktiv steuern.
  • Exit-by-Design-Standards für die Beschaffung fördern. Öffentliche Verträge mit Technologieanbietern sollten Datenportabilität, Interoperabilität und Dual-Sourcing-Optionen verlangen. Wo angemessen, sollten auch Gegengeschäftsvereinbarungen vorgesehen werden.
  • Internationale Technologie willkommen heißen und von ihr lernen. Das Ziel ist strategische Resilienz, nicht Isolation.

#5 Europa hat Talente und Investitionskapital, aber zu wenig positive Zukunftsambition

Mehrere der weltweit führenden KI-Forscher stammen aus Europa. Dazu zählen der Franzose Yann LeCun, Chief AI Scientist bei Meta, und der Brite Demis Hassabis, Mitgründer von DeepMind. Gebraucht wird ein Marktumfeld, in dem Talente bleiben und Unternehmen wachsen können. Kapital muss mit der erforderlichen Geschwindigkeit und Größenordnung eingesetzt werden können. Die Talentabwanderung aus Europa in die USA und nach Großbritannien beschleunigt sich, während KI zur prägenden Technologie dieser Ära wird.

Hinzu kommt, dass Frauen in Entwicklung und Einsatz von KI weiterhin dramatisch unterrepräsentiert sind. Sie bilden einen enormen, unerschlossenen Talentpool. Dessen Fehlen verringert sowohl die Qualität der Innovation als auch die Vielfalt der entstehenden Anwendungen.

Zudem breitet sich in Europa eine gewisse Selbstgefälligkeit aus. Dahinter steht die Annahme, eine hohe Lebensqualität sei ein dauerhafter Besitzstand. Tatsächlich muss sie aktiv geschaffen und erneuert werden. Europas Kapitalmärkte bleiben für wachstumsstarke Technologieunternehmen zu flach und zu risikoscheu. Die geringe Zahl an Börsengängen und der begrenzte Zugang zu umfangreichem Wachstumskapital erschweren es Unternehmen, über die Anfangsphase hinaus zu skalieren.

Empfehlungen

  • Keine einzelnen Unternehmen fördern. Stattdessen erfolgreiche Branchen unterstützen, damit Cluster entstehen und konkurrieren können.
  • Die Kapitalmarktunion und den digitalen Binnenmarkt als dringende und zeitgebundene politische Prioritäten vollenden.
  • Der Talentabwanderung aktiv begegnen. Europa soll zu einem attraktiveren Umfeld für KI-Talente werden, die Unternehmen aufbauen und skalieren wollen.
  • In Inklusion investieren. Die Unterrepräsentation von Frauen im KI-Bereich ist eine strategische Schwäche, nicht nur eine Frage der Chancengerechtigkeit. Barrieren angehen, darunter regulatorische Unsicherheit, Vertrauenslücken und strukturelle Ausgrenzung.
  • Die öffentliche Debatte über Ambition verändern. Die europäische politische Kultur neigt zu Risikoaversion und zur Verteidigung des Status quo. Führungspersönlichkeiten sollten eine positive, konkrete Vision einer besseren Zukunft formulieren.
  • Eine aktive Industriepolitik verfolgen, die selektiv und intelligent die Mechanismen spiegelt, mit denen die USA ihre Technologieökonomie stimulieren. Dazu zählen Beschaffung im Verteidigungsbereich, öffentliche Forschungsinvestitionen, Qualifizierung von Arbeitskräften und strategische Verträge.

Was folgt daraus?

Die aktuelle Phase ist existenziell. Europa muss gut darin werden, Innovationen hervorzubringen und neue Unternehmen aufzubauen. Andernfalls wird es zu einem Ort, den man gern besucht, um zu sehen, wie frühere Generationen gelebt haben.

Vor diesem Hintergrund verändern sich auch in Nordeuropa die Positionen zur Souveränität. Das 28th Regime gewinnt an Boden, und das Tech-Souveränitätspaket der Kommission nimmt Gestalt an.

Ein Problem könnte in der Art und Weise liegen, wie die Debatte geführt wird. „Bei der KI gewinnen zu wollen“ ist das falsche Ziel. Der Wert liegt in Einführung und Umsetzung. Europa sollte aufhören, das Spiel anderer zu spielen, und stattdessen seine tatsächliche Ausgangslage als Hebel nutzen.

Dass es nicht besser werden kann, ist in der europäischen politischen Kultur die gefährlichste Annahme. Doch es gibt keinen Grund anzunehmen, dass künftige Generationen auf Europa zurückblicken und diese Zeit für privilegiert halten werden. Europa muss es wagen, sich eine bessere Zukunft vorzustellen.

Europa verfügt durchaus über Stärken. Es hat Talente, Institutionen, klinische Expertise und öffentliches Vertrauen. Beispiele sind Frankreichs Entscheidung zum Health Data Hub, der Digital Markets Act und Dänemarks digitale öffentliche Dienste. Sie zeigen, was möglich ist, wenn Ambition auf Umsetzung trifft. Ob aus diesen Beispielen ein Muster wird statt fragmentierter Ausnahmen, ist die offene Frage.

Cortis Fazit für die europäische KI-Landschaft in Sachen Healthcare: Die Wahl besteht nicht zwischen einer komfortablen Gegenwart und einer riskanten Zukunft. Es geht darum, bewusst zu gestalten oder von anderen gestaltet zu werden.

Corti

Corti ist ein Forschungs- und Entwicklungsunternehmen für KI-Modelle und Infrastruktur im Gesundheitswesen mit Sitz in Kopenhagen, Dänemark. Das Unternehmen verfolgt die Mission, administrative Hürden zu reduzieren und medizinisches Wissen weltweit verfügbar zu machen. Cortis KI-Modelle lassen sich über APIs und SDKs nahtlos in bestehende Anwendungen integrieren und sollen Kosten senken sowie die Qualität der Versorgung verbessern.

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