Eine Studie von SAP und Wakefield zeigt: 88 Prozent der Personalchefs sehen KI als Beschleuniger für den Berufseinstieg. Einsteiger übernehmen schneller komplexe Aufgaben, da einfache Tätigkeiten automatisiert werden. Gleichzeitig steigen Erwartungen und Belastung. Viele Neue nutzen nicht autorisierte Tools, um Schritt zu halten. Unternehmen stehen vor der Herausforderung, Einstiegsrollen neu zu gestalten, ohne grundlegende Kompetenzen zu vernachlässigen.
Laut einer Studie von SAP und dem Marktforschungsinstitut Wakefield geben 88 Prozent der befragten Personalchefs an, dass KI Berufseinsteiger schneller auf ihre Rolle vorbereitet.
Repetitive, risikoarme Aufgaben sind oft eine Einstiegshürde – Mitarbeiter können aber dadurch auch lernen. Nach Angaben von SAP übernimmt KI heute einen Großteil dieser Basisaufgaben. Die Folge: Einsteiger werden früher mit komplexerer Arbeit konfrontiert. 79 Prozent der befragten Personalchefs berichten laut Studie, dass neue Mitarbeitende KI-Tools bereits im ersten Monat erhalten. 87 Prozent erwarten, dass Berufseinsteiger am ersten Arbeitstag mit KI umgehen können oder die Werkzeuge unmittelbar danach erlernen.
Die unmittelbaren Effekte sind laut Studie durchaus positiv: 56 Prozent der Personalchefs beobachten ein gestiegenes Selbstvertrauen bei KI-nutzenden Einsteigern, 55 Prozent berichten von höherer Produktivität.
Schnellerer Einstieg, höhere Erwartungen
Doch die Beschleunigung hat eine Kehrseite. Da Unternehmen nach SAP-Angaben insgesamt weniger Nachwuchskräfte einstellen, steigen die Anforderungen an jene, die den Zuschlag bekommen. Schrittweises Lernen, das früher den Berufseinstieg prägte, entfällt häufiger. Personalchefs berichten von steigendem Leistungsdruck und erhöhter kognitiver Belastung bei neuen Mitarbeitenden – ein Phänomen, das in der Forschung mitunter als «AI brain fry» bezeichnet wird.
Daraus ergeben sich laut Studie mehrere strukturelle Risiken. 56 Prozent der Personalchefs beobachten demnach, dass Einsteiger auf eigene, oft nicht autorisierte KI-Tools ausweichen, wenn klare interne Vorgaben fehlen – weniger aus Regelbruch, sondern um mit dem Tempo Schritt zu halten. 44 Prozent sehen im ungleichen Zugang zu KI-Werkzeugen ein Risiko für höhere Fluktuation. Und 38 Prozent der Führungskräfte äußern laut Studie die Sorge, dass grundlegende Fähigkeiten wie kritisches Denken, Kommunikation und Urteilsvermögen bei Nachwuchskräften zu kurz kommen.
Die eigentliche Frage, so das Fazit der Studie, ist nicht mehr, ob Einstiegspositionen in einer KI-geprägten Arbeitswelt noch existieren – sondern wie Unternehmen sie neu gestalten müssen, damit Nachwuchskräfte trotz Automatisierung nachhaltige Kompetenzen aufbauen können.
SAP
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