Mit CustomerLake und Genie One erweitert Databricks seine Plattform um zwei Lösungen, die Kundendaten, Geschäftswissen und KI-Agenten enger verknüpfen sollen. CustomerLake wird als Agentic Customer Data Platform positioniert und ermöglicht laut Anbieter kontinuierliche, KI-gesteuerte Kundeninteraktionen statt klassischer Kampagnen. Genie One adressiert die sogenannte Kontextlücke in Unternehmen, indem Informationen aus Datenquellen, Dokumenten und Anwendungen in einer gemeinsamen Wissensschicht zusammengeführt werden. Ziel ist es, Marketing, Vertrieb, Finanzen und weitere Bereiche bei Analysen, Empfehlungen und automatisierten Entscheidungen auf Basis aktueller Unternehmensdaten zu unterstützen.
Mit CustomerLake und Genie One stellt Databricks zwei neue Angebote vor, die einen gemeinsamen Trend verdeutlichen: Unternehmen sollen Kundendaten, Geschäftskontext und KI-Agenten auf einer gemeinsamen Grundlage zusammenführen. Ziel ist es, Marketing, Kundeninteraktion und datenbasierte Entscheidungsprozesse stärker zu automatisieren und kontinuierlich an aktuelle Entwicklungen anzupassen.
Auf dem Data + AI Summit hat Databricks mit CustomerLake und Genie One unter anderem zwei neue Lösungen angekündigt, die unterschiedliche Anwendungsbereiche adressieren, aber auf einer gemeinsamen Idee beruhen: KI-Agenten sollen nicht mehr isoliert arbeiten, sondern direkt auf kontrollierte Unternehmensdaten und laufend aktualisierten Geschäftskontext zugreifen können.
Während CustomerLake als sogenannte Agentic Customer Data Platform (CDP) auf Marketing- und Kundendaten fokussiert, richtet sich Genie One als agentenbasierter Assistent an Fachbereiche wie Marketing, Vertrieb und Finanzen. Beide Angebote bauen auf der Databricks-Plattform auf und werden über den Unity Catalog verwaltet.
Kundendaten als Grundlage für kontinuierliche Interaktion
Mit CustomerLake führt Databricks eine neue Kategorie von Marketing-Infrastruktur ein. Das Unternehmen bezeichnet diese als «Agentic CDP». Im Unterschied zu klassischen Customer Data Platforms sollen dabei nicht nur Kundendaten gesammelt und segmentiert werden. Vielmehr sollen KI-Agenten kontinuierlich Verhaltensdaten analysieren, Entscheidungen treffen und daraus unmittelbar Aktionen ableiten.
Nach Angaben von Databricks ersetzt CustomerLake klassische, zeitlich begrenzte Kampagnen durch sogenannte «Infinity-Kampagnen». Dabei handelt es sich um fortlaufende, agentengesteuerte Interaktionsprozesse, die in Echtzeit auf den jeweiligen Kundenkontext reagieren sollen.
Databricks begründet diesen Ansatz mit veränderten Marktbedingungen. Marketingteams müssten sich zunehmend auf eine Welt einstellen, in der Verbraucher selbst KI-Agenten einsetzen, um Produkte zu recherchieren, Angebote zu vergleichen oder Transaktionen durchzuführen. Gleichzeitig würden Unternehmen eigene Agenten entwickeln, um Marketing- und Kundenprozesse zu automatisieren.
CustomerLake vereint nach Unternehmensangaben Kundendaten, Identitätsauflösung, Zielgruppenaufbau, Kampagnenautomatisierung und Aktivierung in einer gemeinsamen Umgebung. Zu den Funktionen gehören Kampagnen-Agenten, Profil-Agenten, eine agentenbasierte Identitätsauflösung sowie Integrationen in bestehende Marketing- und Werbetechnologie-Ökosysteme.
Die Herausforderung des fehlenden Geschäftskontexts
Während CustomerLake den Schwerpunkt auf Kundendaten legt, adressiert Genie One ein anderes Problem. Laut Databricks scheitern viele KI-Anwendungen in Unternehmen nicht an den Modellen selbst, sondern an fehlendem Kontext.
Geschäftsrelevante Informationen seien häufig über unterschiedliche Systeme verteilt oder nur implizit vorhanden. Dadurch könnten selbst leistungsfähige KI-Systeme keine verlässlichen Antworten liefern. Databricks spricht in diesem Zusammenhang von einer «Kontextlücke».
Um diese zu schließen, führt das Unternehmen die sogenannte Genie Ontology ein. Dabei handelt es sich um ein Wissensnetzwerk, das Informationen aus Databricks-Systemen sowie aus verbundenen Anwendungen, Dokumenten, Dateien, Tickets, Chats und Besprechungen zusammenführen soll. Diese Kontextschicht werde kontinuierlich aktualisiert und bilde die Grundlage für die Antworten und Aktionen von Genie One.
Nach Angaben von Databricks kann Genie One dadurch auf kontrollierte Unternehmensdaten zugreifen, anstatt Schlussfolgerungen aus fragmentierten Dokumenten oder unvollständigen Informationen abzuleiten. Das System soll Fragen beantworten, Berichte erstellen, Analysen unterstützen und weitere Aufgaben automatisieren.
Wiederverwendbare Agenten für Fachbereiche
Neben Genie One erweitert Databricks seine KI-Assistenzplattform um Genie Agents und den Genie App Builder.
Genie Agents ermöglichen es Teams, bestehende Konversationen als wiederverwendbare Agenten zu speichern. Diese übernehmen Quellen, Anweisungen und Verhaltensweisen und können von anderen Mitarbeitenden erneut genutzt werden. Ergänzend dazu erlaubt der Genie App Builder die Erstellung von Anwendungen, die auf Unternehmensdaten basieren und über integrierte Zugriffs- und Berechtigungskonzepte verfügen.
Databricks beschreibt Genie One als einen datenintelligenten, agentenbasierten Mitarbeiter, der strukturierte und unstrukturierte Daten verarbeiten kann und sowohl innerhalb als auch außerhalb der Databricks-Umgebung eingesetzt werden soll.
Gemeinsames Ziel: Entscheidungen näher an die Daten bringen
Trotz unterschiedlicher Schwerpunkte verfolgen CustomerLake und Genie One ein gemeinsames Ziel. Beide Lösungen sollen KI-Agenten direkten Zugriff auf kontrollierte Datenbestände ermöglichen und dadurch Entscheidungen näher an die vorhandenen Unternehmensdaten bringen.
Im Marketing soll dies durch kontinuierliche Personalisierung, Zielgruppensteuerung und Aktivierung geschehen. In anderen Fachbereichen soll der Zugriff auf konsolidierten Geschäftskontext die Grundlage für Analysen, Empfehlungen und operative Entscheidungen bilden.
Databricks positioniert beide Angebote als Bausteine für eine Umgebung, in der Kundendaten, Geschäftswissen und KI-Agenten auf einer gemeinsamen Plattform zusammengeführt werden. Damit rückt die Frage in den Mittelpunkt, wie Unternehmen Daten nicht nur analysieren, sondern zunehmend auch als operative Grundlage für agentengesteuerte Prozesse nutzen können.
Databricks
Databricks ist eine führende Unternehmensplattform für Daten und Künstliche Intelligenz, die eine unifizierte Lakehouse-Architektur bietet. Sie integriert Datenmanagement, Echtzeit-Analysen, ETL, BI und KI optimiert für Skalierbarkeit und Kosten. Databricks ermöglicht es Unternehmen, CPD/Pipelines und Datensilos zu beseitigen, indem es eine zentrale Plattform mit Funktionen wie Serverless SQL, KI-Agenten-Infrastruktur (Agent Bricks) und Governance bietet. Mit der Übernahme von Mooncake stärkt Databricks seine Position bei Echtzeit-Datenanalysen und OLTP-Workloads für KI-getriebene Anwendungen.