CIAM gewinnt an Bedeutung durch Cyberrisiken & DSGVO/PSD2

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Die Art, wie Unternehmen heute mit ihren Kunden interagieren, hat sich in den vergangenen Jahren grundlegend verändert. Waren es vor zwei Jahrzehnten noch überwiegend persönliche Gespräche, Telefonate und handschriftliche Aufträge, laufen geschäftliche Interaktionen heute größtenteils digital über Websites, Mobile Apps und Self-Service-Portale ab. Mit dieser Transformation ist eine neue Herausforderung entstanden: die sichere Verwaltung von Kundenidentitäten. Im neuen Whitepaper der Digitalagentur dotSource werden die führenden CIAM-Anbieter vorgestellt und verglichen.

Sensible Daten wurden früher in verschlossenen Aktenschränken und Safes aufbewahrt, der Zugang zu Gebäuden durch Schlüssel, Wachpersonal oder Zugangskarten streng reguliert. Heute liegen Kundendaten, Berechtigungen und Transaktionsinformationen in vernetzten Systemen. Die Frage, wer wann und worauf zugreifen darf, ist damit im digitalen Raum genauso geschäftskritisch wie in der physischen Welt. Aber ungleich komplexer.

Genau hier setzt Customer Identity and Access Management, kurz CIAM, an. CIAM-Systeme sind weit mehr als eine technische Lösung für Login-Prozesse. Sie bilden die Grundlage für personalisierte und regulatorisch konforme digitale Kundenerlebnisse. Und sie sind die Antwort auf drei Herausforderungen, die Unternehmen heute umtreiben: wachsende Cyberrisiken, steigende regulatorische Anforderungen und immer höhere Erwartungen der Kunden an nahtlose Omnichannel-Erlebnisse.

CIAM oder IAM: Externe Identitäten im Mittelpunkt

In vielen Unternehmen sind klassische Identity-and-Access-Management-Systeme (IAM) etabliert, die vor allem interne Nutzer wie Mitarbeitende und Dienstleister bedienen. CIAM erweitert diesen Ansatz auf externe Identitäten: Kunden, Patienten, Geschäftspartner, Nutzer von Plattformen und Portalen.

Der zentrale Unterschied:

  • IAM regelt interne Zugriffe auf Systeme und Daten.
  • CIAM verwaltet externe Identitäten und deren Zugriffsrechte über unterschiedliche Kanäle hinweg.

CIAM-Lösungen ergänzen die bekannten IAM-Funktionalitäten um Komponenten für Kundenerlebnisse, Einwilligungs- und Präferenzmanagement sowie kanalübergreifende Zuordnung von Nutzeridentitäten. In Branchen wie IT, Retail, Finance, Healthcare und Industrie entwickelt sich CIAM damit zur strategischen Infrastruktur.

Die wachsende Bedrohungslage: Cyberrisiken als CIAM-Motor

Die Bedrohungen im digitalen Raum nehmen stetig zu. Cyberangriffe werden raffinierter, Datenlecks teurer, und die Folgen eines erfolgreichen Angriffs reichen von finanziellen Verlusten bis hin zu Reputationsschäden. Deutschland bleibt als drittgrößte Volkswirtschaft ein Top-Angriffsziel im Cyberraum, mit einem Schaden von 202,4 Milliarden Euro (4,5% des BIP), 334.000 registrierten Fällen 2025, wobei zwei Drittel der Taten aus dem Ausland oder von unbekannten Tatorten aus begangen wurden (Quelle: BMI).

Während die Bedrohung wächst, dürfen Unternehmen keine unzumutbaren Hürden für ihre Kunden aufbauen. Zu komplizierte Login-Prozesse führen zu Abbruchquoten und Kundenverlust. Sicherheit und Nutzerfreundlichkeit müssen daher zusammen gedacht werden.

Moderne CIAM-Systeme adressieren dieses Dilemma durch einen mehrschichtigen Sicherheitsansatz:

  • Zero-Trust-Prinzip: Nutzende müssen sich bei jedem Zugriff neu authentifizieren, unabhängig davon, ob sie sich bereits im System befinden.
  • Adaptive Authentifizierung: Anmeldeversuche werden in Echtzeit bewertet, zusätzliche Sicherheitsmaßnahmen (z. B. TAN-Bestätigung, biometrische Abfrage) nur dort ausgelöst, wo das Risiko erhöht erscheint.
  • Multi-Faktor-Authentifizierung (MFA): wird vom optionalen Feature zum Standard.

In Kombination mit Verschlüsselung, etablierten Protokollen wie OAuth 2.0, OpenID Connect und SAML sowie lückenlosen Audit-Logs entsteht ein Sicherheitsniveau, das Unternehmen und ihre Kunden gleichermaßen schützt. CIAM-Systeme minimieren so das Risiko von Betrug und Identitätsdiebstahl und stärken zugleich das Vertrauen in digitale Services.

Regulatorischer Druck durch DSGVO und PSD2

Neben der Sicherheitslage prägt ein zunehmend komplexes Regulierungsumfeld die Anforderungen an digitale Identitäten. Die Datenschutz-Grundverordnung (DSGVO) hat die Art und Weise, wie Unternehmen mit personenbezogenen Daten umgehen, grundlegend verändert. Weitere Regelwerke, etwa die Payment Services Directive 2 (PSD2) im Finanzsektor, schreiben klare Vorgaben für Authentifizierung und Zugriff auf Zahlungskonten fest.

CIAM-Systeme helfen, diese Anforderungen umzusetzen:

  • Im Finanzbereich unterstützen sie starke Kundenauthentifizierung und risikobasierte Zugriffskontrollen nach PSD2-Vorgaben.
  • In anderen Branchen erleichtern sie die DSGVO-konforme Verwaltung von Einwilligungen, Datenzugriffen und Löschanfragen.

Wichtiger ist jedoch: Compliance ist mehr als die Erfüllung gesetzlicher Pflichten. Unternehmen, die ihre Kunden aktiv in die Verwaltung ihrer Daten einbinden – etwa durch transparentes Einwilligungsmanagement und einfache Möglichkeiten, Präferenzen anzupassen – schaffen ein Gefühl von Kontrolle und Vertrauen.

CIAM-Systeme ermöglichen es Nutzern:

  • Einwilligungen zur Datennutzung eigenständig zu verwalten,
  • Kommunikationspräferenzen anzupassen,
  • von Rechten wie dem «Recht auf Vergessenwerden» Gebrauch zu machen.

Für Unternehmen wird Regulierung damit potenziell zum Wettbewerbsvorteil. Wer zeigt, dass Daten sicher und transparent verwaltet werden, gewinnt Vertrauen. Und Vertrauen ist in der digitalen Welt eine zentrale Währung.

Die Omnichannel-Erwartung: nahtlose Erlebnisse über alle Kanäle

Der dritte Treiber für CIAM-Investitionen ist die Erwartung an nahtlose digitale Erlebnisse. Kunden erwarten heutzutage, dass sie sich auf einer Website einloggen, in einer Mobile App weiterarbeiten und im stationären Geschäft dort weitermachen können, wo sie aufgehört haben. Ohne wiederholte Eingaben, ohne Medienbrüche, ohne Brüche in der Personalisierung.

Technisch bedeutet das: Eine einheitliche digitale Identität über alle Kanäle hinweg zu verwalten, von Website und App über Callcenter bis zu stationären Filialen mit Kiosk-Systemen. Dies erfordert eine zentrale Identitätsplattform, die Konsistenz und Sicherheit zugleich gewährleistet. Genau das ist eine Kernfunktion von CIAM.

Wichtige Bausteine:

  • Omnichannel-Identitätsmanagement: Die digitale Identität eines Kunden funktioniert kanalübergreifend.
  • Single Sign-On (SSO): Nutzende können sich mit nur einer Anmeldung über verschiedene Kanäle bewegen.
  • Zentrale Profilverwaltung: Präferenzen, Einwilligungen und Verhaltensdaten aus allen Touchpoints werden konsolidiert.

Ein Beispiel: Eine internationale Handelsmarke betreibt E-Commerce-Plattformen und stationäre Filialen. Durch ein CIAM-System lassen sich SSO zwischen Onlineshop, App und Filialkiosken, zentral verwaltete Loyalty-Daten, Gutscheine und Newsletter-Präferenzen sowie personalisierte Empfehlungen über alle Kanäle hinweg realisieren. Das Ergebnis sind höhere Conversion-Raten, stärkere Kundenbindung und eine klarere Differenzierung im Wettbewerb.

Praxisorientierung: dotSource-Whitepaper mit Anbietervergleich

Vor dem Hintergrund dieser drei Treiber stellt sich für viele Unternehmen nicht mehr die Frage, ob sie in CIAM investieren sollten, sondern wie sie das passende System auswählen. Hier setzt das Whitepaper «Customer Identity and Access Management Systeme auswählen» der Digitalagentur dotSource SE an, das im August 2026 erscheint.

Es vergleicht die aktuell führenden CIAM-Systeme:

  • Cloud Identity
  • Microsoft Entra ID
  • Key Facts
  • Okta
  • Keycloak
  • SAP
  • Amazon Cognito

Bewertet werden die Lösungen nach praxisrelevanten Kriterien:

  • Größe & Erfahrung des Anbieters
  • Stärke & Zukunftsfähigkeit der Technologie
  • Performance & Skalierbarkeit
  • Usability & Prozessmanagement
  • Integrationsfähigkeit
  • Funktionsfähigkeiten wie Social Login und UX-Customisation
  • Funktionstiefe

Damit adressiert der Vergleich genau jene Aspekte, die im Spannungsfeld der drei Treiber – Sicherheit, Regulierung, Omnichannel – für IT- und Fachbereiche entscheidend sind.

«CIAM ist heute die zentrale Schnittstelle zwischen Unternehmen und ihren Kunden. Wer hier schwach aufstellt, riskiert Sicherheitsprobleme und Akzeptanzverluste», sagt Christian Malik, Gründer und CEO der dotSource SE. «In unseren Projekten sehen wir, dass Unternehmen angesichts der Vielzahl von Lösungen Orientierung brauchen. Mit dem Whitepaper wollen wir zeigen, worauf es bei der Auswahl wirklich ankommt und wie sich die großen Anbieter in der Praxis unterscheiden.»

Das Whitepaper steht kostenfrei zum Download zur Verfügung und richtet sich vor allem an Fachverantwortliche aus IT, Retail, Finance, Healthcare und Industrie.

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