Der Schweizer Detailhandel wächst bis Ende September 2026 trotz gedämpfter Konsumentenstimmung. Im Food-Bereich sorgen Frischprodukte, Tiefkühlwaren und alkoholfreie Getränke für Zuwächse, während Wein und Süsswaren schwächeln. Nonfood profitiert von Freizeitartikeln, Radsport, Gartenbedarf und Heimelektronik; Fashion verliert. Sonniges Wetter verschiebt die Nachfrage. Der Onlinehandel legt um über zehn Prozent zu. Konsumenten kaufen gezielt, während die Teuerung bei 1,0 Prozent liegt.
Der Schweizer Detailhandel wächst auch per Ende September. Gleichzeitig bleibt die Konsumentenstimmung gedämpft: Mit −36 Punkten liegt sie im September 2026 gemäss Bundesamt für Statistik (BFS) unter dem Vorjahresniveau. Die Konsumentinnen und Konsumenten zeigen sich weiterhin zurückhaltend und konzentrieren sich verstärkt auf selektive, bedarfsorientierte Anschaffungen. Die Teuerung beträgt laut Bundesamt für Statistik (BFS) im September 2026 +1.0 Prozent gegenüber dem Vorjahr. Auch im dritten Quartal blieb das Wetter ein wichtiger Einflussfaktor für die Marktentwicklung. Die überdurchschnittlich sonnige und niederschlagsarme Witterung verschob die Nachfrage zwischen einzelnen Warengruppen und setzte sowohl positive als auch negative Impulse in verschiedenen Marktsegmenten.
«Der Food-Markt bleibt auch nach dem 3. Quartal auf Wachstumskurs. Besonders Frischprodukte, Tiefkühlwaren und alkoholfreie Getränke sorgen für positive Impulse»
erklärt Silke Volejnik, Retail Leader NielsenIQ Switzerland. «Gleichzeitig zeigt sich, dass die Konsumentinnen und Konsumenten ihre Ausgaben weiterhin sehr gezielt steuern.»
- Der Food-Bereich erzielte kumuliert per Ende des 3. Quartals ein leichtes Umsatzwachstum. Zu den wichtigsten Impulsgebern zählten dabei die Tiefkühlprodukte, die sich weiterhin positiv entwickelten. Auch die Kategorie Kochzutaten trug mit einem moderaten Umsatzplus zur positiven Gesamtentwicklung bei. Dabei konnten höhere Preise die rückläufigen Absatzmengen ausgleichen. Demgegenüber verzeichneten die Bereiche Nahrungsmittel sowie Süsswaren und Snacks eine leicht negative Entwicklung. In beiden Kategorien wirkten sich sowohl sinkende Verkaufsmengen als auch tiefere Preise belastend auf den Umsatz aus.
- Der Getränkemarkt entwickelte sich im bisherigen Jahresverlauf insgesamt ebenfalls erfreulich. Haupttreiber des Wachstums waren die alkoholfreien Getränke, die im Vergleich zum Vorjahr zulegen konnten. Insbesondere Mineralwasser und Süssgetränke setzten ihren positiven Trend fort, während die Kategorie Säfte rückläufig blieb. Bei den alkoholischen Getränken zeigte sich hingegen ein Umsatzrückgang gegenüber dem Vorjahreszeitraum. Vor allem Wein und Spirituosen entwickelten sich schwach, während Bier ein leichtes Wachstum verzeichnete.
- Auch die Frischprodukte erzielten eine positive Umsatzentwicklung. Besonders Milchprodukte, Convenience-Produkte sowie Gemüse und Früchte legten zu. Die steigenden Absatzmengen waren der Haupttreiber des Wachstums. Darüber hinaus trugen auch die Bereiche Metzgerei und Eier positiv zur Entwicklung der Frischprodukte bei. Innerhalb der Metzgerei zeigten insbesondere Fleisch- und Geflügelprodukte eine hohe Wachstumsdynamik. Lediglich die Kategorie Bäckerei blieb über die ersten drei Quartale betrachtet leicht unter dem Vorjahresniveau.
- Die Nonfood-Märkte präsentieren sich per Ende September 2026 grösstenteils positiv. Treiber dieser Entwicklung ist in erste Linie der Freizeitmarkt gefolgt von DIY. Weiter zeigt auch Heimelektronik ein Wachstum, während sich Fashion rückläufig entwickelt.
Silke Volejnik, Retail Leader NielsenIQ Switzerland erklärt: «Die Nonfood-Märkte entwickeln sich auch per Ende September mehrheitlich positiv. Wachstumstreiber bleiben insbesondere Freizeit und DIY. Die sonnigen und niederschlagsarmen Sommermonate haben die Nachfrage nach Produkten für Outdoor-Aktivitäten zusätzlich gestützt.»
Freizeit bleibt der wichtigste Wachstumstreiber im Nonfood-Bereich
Stärkere Impulse kommen aktuell aus dem Sportsegment: Radsport entwickelt sich weiterhin dynamisch, gestützt durch eine grosse Nachfrage nach Trekking- und Rennrädern, Fahrradcomputern und weiterem Radzubehör. Daneben zählen Sporternährung und Fitnessprodukte weiterhin zu den Wachstumstreibern. Aufgrund der warmen, niederschlagsarmen klimatischen Bedingungen profitieren auch weitere Outdoor-Warengruppen wie Camping und Wassersport von einer hohen Nachfrage. Spielwaren entwickeln sich ebenfalls positiv und profitieren weiterhin von einer starken Nachfrage insbesondere nach Konstruktionssets. Auch das Teilsegment Reisen zeigt eine erfreuliche Entwicklung und erreicht das Vorjahresniveau.
Der DIY-Markt knüpft im dritten Quartal an die positive Entwicklung des ersten Halbjahres an und baut das Umsatzwachstum weiter aus. Während in den ersten sechs Monaten Warengruppen rund um Kühlung, Gartenbewässerung, Poolpflege sowie E-Mobility-Lösungen einen wichtigen Beitrag zur kumulierten Entwicklung leisten, setzen im dritten Quartal vor allem Produkte aus dem Bereich Gardening zusätzliche Wachstumsimpulse. Rasensamen und Pflanzerde profitieren von einer regen Nachfrage im Zusammenhang mit Nachsaaten, Pflege- und Erneuerungsarbeiten nach der Sommerperiode. Daneben entwickeln sich auch winterharte Aussenpflanzen und Haushaltsinsektizide positiv.
Der Markt für Heimelektronik schliesst die ersten drei Quartale 2026 mit einem positiven Umsatzwachstum ab. Als wichtige Wachstumstreiber erweisen sich die Haushaltskleingeräte, allen voran Staubsauger, Küchenmaschinen und Mixer sowie Sodawasser-Zubereitungssysteme. Gleichzeitig entwickelt sich das Segment Foto weiterhin erfreulich, gestützt durch die starke Nachfrage nach Digitalkameras und Camcordern. Auch Telecom legt gegenüber dem Vorjahr zu, wobei insbesondere Mobiltelefone und Wearables zum Wachstum beitragen. Im Bereich der Haushaltsgrossgeräte sorgen vor allem Kühlschränke, Gefrierschränke und Waschmaschinen für positive Impulse. Consumer Electronics hingegen entwickelt sich rückläufig.
Fashion verzeichnet im dritten Quartal eine deutliche Abschwächung der Marktdynamik und liegt kumuliert per Ende September 2026 unter dem Vorjahresniveau. Insbesondere der aussergewöhnlich schwache September, der von Wetter- und Saisonverschiebungseffekten geprägt war, belastet das Ergebnis spürbar.
Online-Shopping bleibt konstant im Trend und liegt per Ende September 2026 kumuliert bei einem Wachstum von über 10 Prozent.
- Konjunkturprognose: Die Expertengruppe Konjunkturprognosen erwartet für das Jahr 2026 ein Sporteventbereinigtes BIP der Schweiz von 1.7 Prozent und 1.6 Prozent für 2027.
- Arbeitslosenquote: Für das Jahr 2026 liegt die Prognose laut Bundesamt für Statistik (BFS) bei 3.1 Prozent und für 2027 bei 3.0 Prozent.
- Jahresteuerung: Das Bundesamt für Statistik erwartet für das Jahr 2026 und auch für 2027 eine Jahresteuerung von 0.6 Prozent.
Der Kalendereffekt liegt per September 2026 kumuliert bei -0.2 Prozent.