KI als Manager?

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Künstliche Intelligenz verändert Führungsstrukturen in Unternehmen grundlegend. Doch trotz wachsender Effizienzversprechen zeigt sich: KI allein kann weder Managementaufgaben noch den Fachkräftemangel lösen. Studien verweisen auf hohe Fehlerquoten bei KI-Chatbots und ineffiziente Prozesse durch sogenannten «Workslop». Unternehmen müssen deshalb gezielt in Weiterbildung, hybride Kompetenzprofile und neue Führungskräfte investieren, um langfristig wettbewerbsfähig zu bleiben.

Das Wall Street Journal stellte die Frage, ob es gelingen kann, ein Unternehmen zu führen, Umsatz zu steigern und Gewinne zu maximieren, ohne neue Mitarbeiter einzustellen und stattdessen auf KI-Anwendungen zu setzen. Wirklich gewappnet für eine solche Zukunft sind jedoch aktuell die wenigsten Unternehmen. Denn feststeht: Selbst die beste KI braucht qualifizierte Anwender – nicht zuletzt auch, um die erschreckend hohe Fehlerquote von populären KI-Chatbots zu minimieren. Andernfalls bleiben die cleveren Tools in ihrer Anwendung weiterhin so ineffizient, wie im MIT-Report verdeutlicht, und produzieren sogenannten Workslop, der Projekte unnötig in die Länge zieht.

Ein Einstellungsstopp unter solchen Voraussetzungen kann also kaum eine gangbare Lösung sein – vor allem nicht hierzulande. Schließlich werden laut Prognosen des Instituts der deutschen Wirtschaft (IW) bis 2036 rund 19,5 Millionen Erwerbstätige das Rentenalter erreichen. Damit drohen neben dem Verlust von essenziellem Know-how auch zusätzliche Vakanzen, die sich hiesige Unternehmen angesichts der immensen Herausforderungen der nächsten Jahre kaum leisten können.

Selbst wenn Roboter und KI Routineaufgaben übernehmen, wird das Ringen um globale Wettbewerbsfähigkeit weiter an Intensität gewinnen.

Wer hier nicht ins Hintertreffen geraten und die Transformation erfolgreich meistern möchte, braucht echte Ambidextrie in der Personalstrategie, bei der bestehende Kompetenzen durch Weiterbildungsangebote gestärkt, aber ebenso gezielt neue aufgebaut werden. Nicht zuletzt braucht es hier auch Impulse von außen durch neues Fach- und Führungspersonal. Entscheidend werden dabei hybride Kompetenzprofile sein, die technische Expertise mit Transformations- und Leadership-Qualitäten vereinen. Dazu gehören unter anderem Verlässlichkeit, Kommunikationsstärke, Lernfähigkeit und die Gelassenheit, selbst mit radikalen Veränderungen souverän umzugehen.

Autor: Hagen Schönfeld, Gründer und Geschäftsführer der Masterpiece GmbH – Executive Search Advisors.

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