Viele deutsche Automotive-Unternehmen haben die Experimentierphase hinter sich gelassen und setzen Künstliche Intelligenz bereits produktiv ein. Die unternehmensweite Skalierung bleibt jedoch eine zentrale Herausforderung. Das zeigt eine aktuelle Umfrage von HTEC, einem globalen Entwickler kundenspezifischer Hardware- und Softwarelösungen.
Für den Report «The State of AI in Automotive 2025–2026» von HTEC wurden weltweit C-Level-Führungskräfte aus der Automotive-Branche befragt, darunter auch zahlreiche Entscheider aus deutschen Unternehmen. Die Ergebnisse der Umfrage zeigen: Viele deutsche Automotive-Unternehmen haben die Experimentierphase hinter sich gelassen. 85% der deutschen Befragten gaben an, dass KI in ihrem Unternehmen bereits produktiv genutzt wird. Zum Einsatz kommt sie unter anderem in fortschrittlichen Fahrassistenzsystemen, beim autonomen Fahren, in Connected-Car-Services sowie für Predictive Maintenance und die Optimierung von Produktionsprozessen. Damit ist KI in vielen Unternehmen nicht mehr nur Zukunftsthema, sondern Teil des operativen Geschäfts.
Großteil setzt KI nur fragmentiert ein
Bei der unternehmensweiten Skalierung von Künstlicher Intelligenz zeigen sich jedoch noch Defizite. Nur rund ein Drittel (34%) der deutschen Führungskräfte gibt an, dass KI-Systeme bereits in mehrere Funktionen oder Produkte integriert sind. Der Rest setzt Künstliche Intelligenz bislang nur fragmentiert in isolierten Anwendungsfällen, Pilotprojekten oder Tests ein und hat sie nicht in unternehmensweite Workflows und Systeme integriert. Dadurch bleibt ein erheblicher Teil des wirtschaftlichen Potenzials ungenutzt.
Der unternehmensweiten Skalierung stehen noch zahlreiche Barrieren im Weg. Die größte davon ist laut der deutschen Umfrageteilnehmer die mangelnde Abstimmung des Managements hinsichtlich der KI-Strategie (55%). Weitere Hürden sind die Integration in bestehende Prozesse und Systeme, fehlende Priorisierung von KI-Funktionen und -Bausteinen sowie Unsicherheit hinsichtlich Business Case und ROI von KI-Investitionen (jeweils 50%).
Führungskräfte schauen zuversichtlich auf Edge AI
Eine strategisch immer wichtigere Rolle für die Automotive-Industrie spielt Edge AI. Indem KI-Anwendungen Daten direkt an ihrem Entstehungsort verarbeiten, werden Latenzen reduziert und Antwortzeiten verkürzt. Gleichzeitig können Unternehmen Bandbreite und Infrastrukturbelastung senken sowie Datenschutz-, Sicherheits- und Compliance-Anforderungen besser erfüllen.
Der Großteil der befragten deutschen Führungskräfte (88%) ist mit dem Konzept von Edge AI vertraut und alle Führungskräfte dieser Gruppe sind zuversichtlich, dass sie entsprechende Technologien erfolgreich einsetzen können. Viele Unternehmen wollen dabei hybride Bereitstellungsmodelle verfolgen, indem sie intern entwickelte Lösungen mit externen Plattformen und strategischen Partnerschaften mit spezialisierten Technologie- und Service-Anbietern kombinieren. Das gibt ihnen die Möglichkeit, Innovationen zu beschleunigen, weil sie Zugang zu Experten-Know-how erhalten und nicht alles in Eigenregie entwickeln müssen, und gleichzeitig die Kontrolle über kritische Systeme und ihr geistiges Eigentum zu behalten.
Zögerliche Nutzung gefährdet Wettbewerbsfähigkeit
Den deutschen Unternehmen ist bewusst, dass die Zeit drängt. Zwei Drittel von ihnen (66%) gehen davon aus, dass es ihre Wettbewerbsfähigkeit um ein bis drei Jahre zurückwerfen würde, wenn es ihnen nicht gelänge, die Potenziale von KI und Edge AI zu nutzen. 17% befürchten sogar, dass es mehr als drei Jahre sein könnten. Demgegenüber sieht sich aber nur weniger als ein Viertel (24%) der Unternehmen in der Lage, KI schnell einzuführen und zu skalieren.
«Automotive-Unternehmen, die jetzt handeln, können sich noch entscheidende Wettbewerbsvorteile sichern», erklärt Jörg Grotendorst, Advisor für den Automotive-Bereich bei HTEC. «Dazu müssen sie jedoch über isolierte Anwendungsfälle hinausgehen und KI strategisch im gesamten Unternehmen verankern. Ihr Ziel sollte es sein, einzelne KI-Initiativen miteinander zu verzahnen und ein AI-First-Betriebsmodell aufzubauen, das messbare Ergebnisse und einen verlässlichen Return on Investment liefert.»
HTEC
HTEC unterstützt Unternehmen weltweit mit Design- und Engineering-Services bei der Entwicklung von technisch anspruchsvollen Hardware- und Software-Lösungen. Dabei sind die Entwickler und Ingenieure von HTEC fest in die Teams der Unternehmen integriert und liefern Ende-zu-Ende-Services – von der Beratung und Strategieentwicklung über die Konzeption und Umsetzung von Lösungen bis hin zu deren langfristigen Pflege. HTEC verfolgt einen „AI First“-Ansatz, der Abläufe optimiert und beschleunigt und Unternehmen hilft, das enorme Potenzial von KI zu erschliessen. Die besondere Stärke von HTEC liegt in der Konzeption und Entwicklung von Embedded-Lösungen, die individuell entwickelte Software-Funktionen auf optimal angepasster Hardware bereitstellen. Solche Lösungen sind beispielsweise medizinische Geräte, die Vitalfunktionen und Umweltbedingungen überwachen, und Systeme für autonome Fahrzeuge. Zu den Kunden von HTEC zählen Start-ups und globale Konzerne aus Branchen wie Telekommunikation, Financial Services, MedTech, Automotive, Halbleiter sowie Enterprise Software and Platforms. HTEC hilft ihnen, komplexe geschäftliche und technologische Herausforderungen zu bewältigen, Risiken in der Produktentwicklung zu minimieren und Innovationen schneller auf den Markt zu bringen. HTEC beschäftigt etwa 2.500 Mitarbeiter und betreibt weltweit mehr als 20 Kompetenzzentren. Das Unternehmen hat seinen Hauptsitz in Palo Alto sowie Niederlassungen in Grossbritannien, Deutschland, Spanien und auf dem Balkan.