Hauptsache KI? Wenn Nutzungsdruck zum Risiko wird

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KI kann Beschäftigte entlasten, schafft aber Risiken, wenn ihre Nutzung selbst zum Leistungsmassstab wird. Laut der Studie «The Pulse of Work in 2026» von GoTo und Workplace Intelligence haben 42 Prozent der Beschäftigten in Deutschland, Österreich und der Schweiz KI-Inhalte verwendet, obwohl sie diese für minderwertig hielten oder Fehler vermuteten. Wird KI-Nutzung in der Leistungsbeurteilung berücksichtigt, steigt der Anteil auf 59 Prozent. Zwar berichten 88 Prozent von Vorteilen und durchschnittlich 1,5 Stunden Zeitersparnis pro Tag. Zugleich verursacht die Kontrolle von KI-Arbeit für 71 Prozent zusätzliche Arbeit. Die Studie macht damit deutlich: Gefragt sind klare Leitplanken, sichere Tools, menschliche Prüfung und gezielte Schulungen.

Künstliche Intelligenz soll Beschäftigte produktiver machen und Freiräume für anspruchsvollere Aufgaben schaffen. Doch wenn bereits die Nutzung der Technologie als Leistung gilt, entsteht ein falscher Anreiz: Mitarbeitende setzen KI ein, weil es von ihnen erwartet wird, und übernehmen Ergebnisse selbst dann, wenn sie ihnen nicht vertrauen.

Wie groß dieses Risiko ist, zeigt die aktuelle Studie «The Pulse of Work in 2026» von GoTo und Workplace Intelligence. 42 Prozent der Beschäftigten in Deutschland, Österreich und der Schweiz haben bereits KI-generierte Inhalte verwendet, obwohl sie diese für minderwertig hielten oder Fehler und erfundene Informationen vermuteten. Wird die Nutzung von KI in der Leistungsbeurteilung berücksichtigt, steigt der Anteil auf 59 Prozent. Aus einem vermeintlichen Technologieproblem wird damit eine Führungs- und Organisationsfrage.

Wenn Zeitersparnis neue Arbeit erzeugt

Grundsätzlich bringt KI am Arbeitsplatz messbare Vorteile. 88 Prozent der Befragten sagen, dass ihnen die Technologie bereits geholfen hat. Im Durchschnitt sparen sie nach eigener Einschätzung 1,5 Stunden pro Tag. Diese Zeitersparnis verliert jedoch an Wert, wenn andere die Ergebnisse anschließend aufwendig kontrollieren und korrigieren müssen.

Genau dieses Problem zeichnet sich heute schon ab: 71 Prozent berichten, dass ihnen die Prüfung KI-generierter Arbeit von Kolleginnen und Kollegen zusätzliche Arbeit verursacht. Mehr als die Hälfte sieht dadurch die eigene Produktivität beeinträchtigt. Ebenso viele geben an, dass fehlerhafte KI-Inhalte Zweifel an der Kompetenz anderer wecken und Ressentiments im Team fördern. Aus «Workslop» – also KI-generierten Inhalten, die professionell aussehen, aber wenig Substanz haben – wird so nicht nur ein Qualitäts-, sondern auch ein Vertrauensproblem.

Fünf Schritte für einen verantwortungsvollen KI-Einsatz

Unternehmen müssen prüfen, ob ihre KI-Strategie neben Effizienz auch Qualität, Verantwortlichkeit und menschliches Urteilsvermögen berücksichtigt. Fünf Schritte helfen dabei:

#1 Nutzung und Nutzen gemeinsam prüfen

Bevor Unternehmen neue KI-Vorgaben formulieren, sollten sie sich ein realistisches Bild vom Status quo verschaffen:

  • Welche KI-Anwendungen werden bereits genutzt?
  • Für welche Aufgaben?
  • Welche Daten geben Beschäftigte ein?
  • Und wird KI eventuell auf unerlaubte Weisen genutzt?

Diese Bestandsaufnahme sollte nicht allein der Kontrolle dienen. Entscheidend ist, den beabsichtigten Mehrwert zu definieren und zu bestimmen, für welche Entscheidungen menschliches Urteilsvermögen unverzichtbar bleibt.

Ohne diese strategische Einbettung bleibt KI ein isoliertes Werkzeug in den Händen einzelner Beschäftigter. Dann entstehen zwar punktuelle Zeitgewinne, aber kein unternehmensweiter Produktivitätsvorteil.

#2 Klare Leitplanken statt langer Verbotslisten

Eine KI-Richtlinie entfaltet nur dann Wirkung, wenn die Belegschaft sie kennt, versteht und im Arbeitsalltag anwenden kann. Ein langes Regelwerk, das überwiegend Verbote aufzählt, wird der Dynamik der Technologie kaum gerecht. Moderne Governance muss flexibel sein und regelmäßig an neue Tools, Risiken und Anwendungsszenarien angepasst werden.

Dabei gilt das Prinzip «Befähigung statt Bestrafung». Regeln sollten Beschäftigten ermöglichen, KI sicher und souverän einzusetzen, statt sie aus Angst vor Konsequenzen in eine Grauzone zu drängen. Dafür braucht es den kontinuierlichen Dialog zwischen IT, Rechtsabteilung, Führungskräften und den jeweiligen Fachbereichen.

#3 Sichere Tools statt Schatten-KI

Vorgaben allein verhindern keine Schatten-KI. Wenn freigegebene Anwendungen kompliziert, langsam oder für die jeweilige Aufgabe ungeeignet sind, greifen Beschäftigte weiterhin zu privaten und oft kostenlosen Alternativen. Damit steigen die Risiken für Datenschutz, Compliance und geistiges Eigentum. Unternehmen sollten deshalb geschützte Tools bereitstellen, die ähnlich komfortabel funktionieren wie frei verfügbare Angebote und sich reibungslos in die bestehenden IT-Systeme integrieren lassen.

#4 Verantwortung und Qualitätskontrolle fest verankern

KI kann Inhalte erzeugen, aber keine Verantwortung für deren Folgen übernehmen. Unternehmen müssen deshalb klar festlegen, wer Ergebnisse prüft, freigibt und bei Fehlern korrigierend eingreift. Besonders bei externen Inhalten, Kundenkommunikation sowie rechtlichen, finanziellen, personellen oder sicherheitsrelevanten Entscheidungen darf menschliche Kontrolle nicht optional sein.

Diese Verantwortung sollte jedoch nicht allein bei einzelnen Mitarbeitenden liegen. Wenn Führungskräfte den Einsatz von KI einfordern, müssen sie zugleich geeignete Tools, realistische Qualitätsstandards und funktionierende Prüfprozesse bereitstellen. KI-Governance ist daher keine technische oder juristische Randaufgabe, sondern eine Managementverantwortung.

Zur Qualitätssicherung gehört außerdem eine offene Fehlerkultur. Beschäftigte müssen zweifelhafte Ergebnisse hinterfragen und Probleme melden können, ohne dafür bestraft zu werden. Ein plausibel klingender KI-Output darf nie mehr Gewicht haben als eine begründete fachliche Einschätzung.

#5 Kompetenzen und Erfolg kontinuierlich überprüfen

Eine Richtlinie allein verhindert weder Halluzinationen noch Fehlentscheidungen. Beschäftigte müssen lernen, KI-Ergebnisse auf Fakten, Quellen, Verzerrungen und fehlenden Kontext zu prüfen. Praxisnahe Schulungen sollten deshalb an realen Arbeitsabläufen ansetzen und rollenspezifisch vermitteln, wo die Technologie hilft und wo ihre Grenzen liegen.

Dabei geht es nicht in erster Linie um tiefes technisches Wissen. Entscheidend ist die Fähigkeit, KI präzise zu steuern, ihre Ergebnisse kritisch zu bewerten und menschliches Urteilsvermögen bewusst einzubringen. Kreativität, Kommunikation und Fachkompetenz werden durch KI nicht überflüssig, sondern wichtiger.

Auch die Erfolgsmessung muss diesem Anspruch folgen. Die Zahl der eingesetzten Tools oder generierten Inhalte sagt wenig über den tatsächlichen Nutzen aus.

Relevanter ist, ob Aufgaben schneller erledigt werden, ohne dass Fehlerquote und Nachbearbeitungsaufwand steigen.

Ebenso wichtig ist die Frage, ob die Ergebnisse für Kunden besser werden und Beschäftigte tatsächlich entlastet sind. Die Policy selbst sollte regelmäßig anhand dieser Erkenntnisse überprüft und weiterentwickelt werden.

Gute Regeln bremsen KI nicht – sie machen sie wertvoll

Die entscheidende Frage lautet nicht mehr, ob Beschäftigte KI verwenden, sondern unter welchen Bedingungen sie dies tun. Wer den Einsatz der Technologie fördert oder sogar zum Bewertungskriterium macht, muss zugleich klare Verantwortlichkeiten, sichere Werkzeuge und verbindliche Qualitätsstandards schaffen.

Eine wirksame KI-Richtlinie ist deshalb keine bürokratische Innovationsbremse. Sie bildet das Fundament dafür, Zeitersparnis in echten wirtschaftlichen Mehrwert zu übersetzen. Erst wenn Beschäftigte wissen, was erlaubt ist, wie Ergebnisse geprüft werden und wann ihr eigenes Urteil Vorrang hat, kann KI ihre Stärken ausspielen – ohne Arbeitsqualität, Daten und Vertrauen zu gefährden.

GoTo

GoTo ist der führende Anbieter von Cloud-Kommunikations- und IT-Lösungen, der sich für eine Arbeitswelt ohne Grenzen einsetzt. Mit den Flaggschiffprodukten GoTo Connect, LogMeIn Resolve und LogMeIn Rescue bietet das GoTo-Portfolio sichere, zuverlässige und KI-fähige Lösungen, die für kleine und mittelständische Unternehmen. Sie sind einfach zu implementieren und für Unternehmen weltweit skalierbar. Mit einem Jahresumsatz von fast 1 Milliarde US-Dollar verbessert GoTo kontinuierlich die KI-Erfahrungen für die menschliche Belegschaft bei Hunderttausenden seiner Kunden. Das Unternehmen hat seinen Hauptsitz in Boston, Massachusetts, und beschäftigt rund 2.800 GoGetters in Europa, Nordamerika, Südamerika, Asien und Australien.

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